Sportliche Grenzen sprengen

Als erster Mensch ist Eliud Kipchoge die Marathondistanz unter zwei Stunden gelaufen. Natürlich, er wurde dabei von Menschen, Maschinen und Technik unterstützt. Die Zeit gilt daher nicht als offizielle Weltrekordzeit. Und doch können wir etwas mitnehmen: Zahlen sind keine Grenzen.

Eliud Kipchoge sprengt die Zweistundengrenze im Marathon.
Bildlegende: «Zahlen engen uns ein», sagte Eliud Kipchoge und sprenge die Marathongrenze von zwei Stunden. Keystone/ Ronald Zak

Warum sollte die naturgegebene Bestzeit eines Marathons genau bei runden zwei Stunden liegen? Das wäre schon ein sehr grosser Zufall, oder? Eben. Und doch war es lange sonnenklar: Ein Marathon unter zwei Stunden? Unmöglich.

Grenzen im Kopf

Doch unmöglich ist es nur im Kopf. War es. Denn Eliud Kipchoge, der Kenianer, der mit 2:01:39 den offiziellen Marathonweltrekord hält, hat diese Grenze gesprengt.

Was heisst das für uns Breitensportler? Lassen wir uns nicht einschränken von Zahlen. Die Joggingrunde schneller laufen als normal? Klar. Das wöchentliche Schwimmtraining um 500 Meter verlängern? Nichts einfacher als das. Die Wattzahl auf dem Velocomputer? Weg damit.

«Wow, du rennst so schnell!»

Lob von aussen ist nett. Danke dafür. Aber mit der eigenen Leistung hat dies häufig nichts zu tun. «Wow, du bist einen Marathon gelaufen!», heisst vor allem: Ich könnte das nicht. Und schon ist die Grenze gesetzt. Warum nicht: «Wow, du bist einen Marathon gelaufen! Bist du zufrieden damit?» So sprengt man Grenzen.

Redaktion: Brigitte Wenger