Kantonsfusion BL/BS: Ist die Zeit reif?

  • Samstag, 4. August 2012, 12:03 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Samstag, 4. August 2012, 12:03 Uhr, DRS 1
  • Wiederholung:
    • Samstag, 4. August 2012, 17:15 Uhr, DRS 4 News
    • Sonntag, 5. August 2012, 17:20 Uhr, DRS Musikwelle

Beiträge

  • Archäologie: Wie wertvoll ist ein Stein?

    Der Walliser Polizeikommandant hat in der Türkei einen Stein eingesteckt und musste dafür ins Gefängnis. Erstaunlich: In der Schweiz landen Steine bei Ausgrabungen oft auf dem Schutthaufen.

    Für die Aargauer Kantonsarchäologin Elisabeth Bleuer gibt es klare Kriterien, wann zum Beispiel eine ausgegrabene Mauer erhalten wird - und wann sie abgebaut wird: «Wenn wir herausfinden wollen, wie eine Mauer gebaut wurde, dann bauen wir sie ab».

    Geschäft mit Steinen «undenkbar»

    Oftmals werden die Steine anschliessend entsorgt. Bestünde kein Interesse, diese Steine weiter zu verwerten, womöglich sogar zu verkaufen? Für Elisabeth Bleuer ist es «undenkbar», mit archäologischen Objekten ein Geschäft zu machen: «Das halte ich für eine schlechte Idee».

    Alex Moser

  • Kantonsfusion BL/BS: Ist die Zeit reif?

    Baselland und Baselstadt sollen fusionieren. Dies fordern zwei Initiativen, die am Freitag vorgestellt worden sind. Es sind seit der Trennung nicht die ersten Anläufe für die Fusion der beiden Halbkantone.

    Seit 1833 gehen Basel-Stadt und Basel-Landschaft getrennte Wege, doch mit zunehmender Mobilität und wirtschaftlicher Verflechtung arbeiten sie heute immer wieder punktuell zusammen.

    Die Initianten halten diesen bilateralen Weg für unnötig aufwändig; Viele Pläne liessen sich als ein einziger Kanton besser schmieden und umsetzen. Werden die Fusionsinitiativen mit dem Titel «ein Basel» in beiden Basel angenommen braucht es noch den Segen von Bund, Volk und Ständen, da die Bundesverfassung anzupassen wäre. (sda, porr)

    Marlène Sandrin

  • Stimmpflicht: Warum lieber an der Urne als per Post?

    Im Kanton Schaffhausen leben pflichtbewusste Bürger. Bei Abstimmungen liegt die Stimmbeteiligung oft über 60 Prozent. Und: Ausserordentlich viele Stimmbürger gehen in die Stimmlokale.

    Zwar stimmt auch in Schaffhausen die Mehrheit der Stimmbürger brieflich ab, nämlich 58 Prozent. Immerhin 42 Prozent der Stimmenden gehen aber wortwörtlich an die Urne. In Basel beispielsweise stimmen rund 95 Prozent der Stimmenden per Post ab.

    Die hohe Quote von Urnengängern lässt sich nur teilweise mit der in Schaffhausen geltenden Stimmpflicht erklären. Ginge es allein um die Stimmpflicht, so wäre diese per Post viel bequemer zu erfüllen. Der Urnengang hat in Schaffhausen also noch eine grössere Bedeutung als anderswo. (porr)

    Michael Hiller

  • Kastanienselven: Warum soll man sie retten?

    In den Südtälern der Alpen drohen die sogenannten Kastanienselven zu verschwinden. Nun werden diese, beispielsweise in Soazza GR, wieder hergestellt. Unterstützt wird dies von Bund und Kanton.

    Einst war die Kastanie in den armen Südtälern der Alpen ein Hauptnahrungsmittel. Die sogenannten Kastanienselven waren nicht Wälder, sondern lichte Baumbestände, zwischen denen Gras wuchs. Im Verlauf der Jahre sind die Kastanienselven zum grossen Teil verwildert.

    Kulturelles Erbe erhalten

    Seit 1997 gibt es im Misox verschiedene Projekte, um die Kastanienselven wieder zu retten. 5 Millionen Franken kosten diese Projekte pro Jahr. 70 Prozent übernehmen Bund und Kanton, 15 Prozent die Stiftung Landschaftsschutz. Den Rest bezahlen die Gemeinden und Private.

    Hanspeter Gschwend

  • Gletschergebete: Ist der PR-Branche nichts mehr heilig?

    In Fiesch und Fieschertal VS haben die Menschen gebetet, der Aletschgletscher möge wieder etwas grösser werden. Die ganze Schweiz wusste davon: Dank einer renommierten PR-Agentur.  

    Vor 334 Jahren haben die Bewohner der beiden Dörfer das Gelübde abgelegt, tugendhaft zu leben und gegen das Wachstum des Grossen Aletschgletschers zu beten.

    Dieser hat sich seither um über 3,5 Kilometer zurückgezogen. Der Präfekt des Bezirks Goms sah sich daher gezwungen zu handeln: Er veranlasste die Umkehrung des «Katastrophen-Gelübdes». In der jährlichen Prozession bitten die Fiescher nun um göttlichen Beistand gegen den Klimawandel und beten für das Wachstum des Gletschers.

    Toni Koller

Moderation: Karin Kobler, Redaktion: Roman Portmann