Achim Parterre, Autor des Schnabelweid-«Sommerkrimis»

Die einen kennen ihn von seinen «Morgengeschichten» auf Radio SRF1. Andere als Mitglied des Spoken-Word-Trios «Die Gebirgspoeten». Jetzt hat Achim Parterre einen berndeutschen Krimi verfasst: «Tschüss zäme».

Achim Parterre, der Autor von «Tschüss zäme»
Bildlegende: Achim Parterre, der Autor von «Tschüss zäme» Adrian Moser

Vielfältiger Wortkünstler

Das Beobachten und Beschreiben des ländlichen Bernbiets ist Achim Parterres Berufung. In den «Morgengeschichten» auf Radio SRF 1 macht er dies in kurzen, erzählenden Anekdoten. Auf der Bühne, zusammen mit Rolf Hermann und Matto Kämpf im Trio «Die Gebirgspoeten», darf es auch mal etwas unkoordinierter tönen, frech und hinterlistig. Im Duo «Spoken Wörgeli», zusammen mit dem Musiker Bruno Rämy, spielt Achim Parterre mit seinen wortschöpferischen, sprachrhythmischen Gaben. Immer wieder nimmt er sich dem Dialekt an, etwa wenn er alte Berner Konjunktivformen aufleben lässt und dabei gleich neue dazuerfindet: «I miechs für dii, ich chief Papiir und brung dr Brief uf d Poscht».

Träger des Prix Trouvaille

Für eines seiner Engagements - die Initiierung und Leitung der Hommage-CD «aber hütt» für den Mundartdichter Ernst Eggimann - hat Achim Parterre soeben den «Prix Trouvaille» des Kantons Bern erhalten. Neben der Wortkunst geht Achim Parterre auch einer «geregelten Arbeit» nach: Er leitet den Velokurier in seinem Wohnort Langnau im Emmental.

Kein Pajass auf der Bühne, sondern ein Erzähler

In all seinen verschiedenen künstlerischen Tätigkeiten bleibt Achim Parterre stets überlegt und ruhig. Er ist nicht die klassische Bühnensau, spielt nicht den Zampano in seinen Programmen, sondern vertraut auf die Kraft des Wortes. Diese Ruhe strahlt er auch als Erzähler seines ersten Krimis aus. In Zusammenarbeit mit der Hörspiel-Abteilung von Radio SRF hat die Schnabelweid-Redaktion «Tschüss zäme» produziert, mit dem Autor als Erzähler. In sechs Folgen im Juli und August, Start ist am 18. Juli, jeweils am Donnerstagabend um 21 Uhr, ist die ganze Geschichte zu hören.

Mord im Dorf

Wir sind in Gäziwil, einem Dorf irgendwo im Bernbiet. Der alte Ramseier, der im Restaurant «Les Amis» immer in der Ecke gesessen, sein Einerli getrunken und alte Geschichten von Unfällen und Verbrechen zum Besten gegeben hatte, wird tot im Strassengraben gefunden, zwischen den Zähnen sein letzter Stumpen und im Schädel «es Loch so gross wi ne Härdöpfu». In Rückblenden kommen wir den Hintergründen auf die Spur: Von Dorfpolitikern und ihrem Machtstreben erfahren wir, vom arbeitslosen Bernhard, der alten Wirtin Marie-Claire, den beiden Gemeindearbeitern und dem Coiffeur Jean-Louis. Vor allem aber davon, dass keiner davor zurückschreckt, für sein eigenes Vorwärtskommen, für seine eigenen Träume die Grenzen des Rechts zu übertreten.

Wir geraten in eine groteske Welt zwischen Dürrenmatts «Besuch der alten Dame» und dem randständigen Personal in Pedro Lenz' «Dr Goalie bin ig». Aber Achim Parterre schafft eigene Spuren: Furztrockene Dialoge, eklige Beweisstücke und unmoralische Angebote, eine rasante, witzige Mischung, real und irreal zugleich.

Buchtipp:

Achim Parterre: «Tschüss zäme!» Ein Dorfkrimi. Cosmos-Verlag. Auch als CD erhältlich.

Achim Parterre: «Im Chäsloch». Mundartgeschichten. Cosmos-Verlag.

CD-Tipp:

«aber hütt». Eine Hommage an Ernst Eggimann. SRF / Der gesunde Menschenversand 2012

Die Gebirgspoeten: «Muff». Der gesunde Menschenversand 2012

Moderation: Regi Sager, Redaktion: Markus Gasser