Bern ist überall – auch in Renens

Berner Mundart reicht bis nach Renens ins Waadtland. Die Künstlergruppe «Bern ist überall» hat nämlich die Vielsprachigkeit von Renens zum Ausgangspunkt genommen und eine CD erarbeitet. Ein Augenschein vor Ort.

Renens
Bildlegende: Renens SRF

Mit über 20'000 Einwohnern ist Renens die viertgrösste Gemeinde des Kantons Waadt, grösser noch als Vevey und Nyon. Renens ist in der Agglomeration von Lausanne. Zur Gemeinde gehören ausgedehnte Industrie- und Gewerbezonen, ein Ausländeranteil von rund 52 Prozent und eine PdA-Stadtpräsidentin.

Sprachgemisch als Chance

Hier hat das Spoken-Word-Ensemble «Bern ist überall» ein Arbeitsweekend verbracht. Immerhin ist ihr welsches Mitglied Antoine Jaccoud als Jugendlicher den hübschen Mädchen von Renens nachgelaufen. Dann ist es schnell gegangen: Die Sprachkünstler haben im babylonischen Sprachgemisch der Stadt eine Spielwiese und Chance gesehen. Seit Januar ist ihre CD da. Die Schnabelweid hat darum mit Michael Pfeuti und Antoine Jaccoud einen Rundgang durch Renens gemacht.

Das Spoken-Word-Kollektiv mit 15 Mitgliedern entwickelt sich immer weiter; auch auf der CD «Renens». Da sind nicht nur Sprachen und Dialekte nebeneinander zu hören. Die Sprachen vermischen sich von Satz zu Satz, von Strophe zu Strophe, von Vers zu Vers. Es ist konkreter Sprachaustausch. Aber Deutsch-Welsch wird nicht mehr bipolar angeschaut, sondern als zwei Sprachen in einer multisprachlichen Umgebung. Und die Musik wird bei «Bern ist überall» so wichtig, dass richtige Lieder entstehen.

«Da hast du den Salat»

Nach dem Schnabelweid-Schwerpunkt gehts im zweiten Teil um vorösterliche Briefkastenfragen, Familiennamen sowie Redewendungen ums Essen. Sprachspezialist Christian Schmid erklärt solche in seinem neusten Buch «Da hast du den Salat».

TIPPS:

Bern ist überall: Renens (VD). Audio-CD. Verlag Der gesunde Menschenversand 2016.

Christian Schmid: Da hast du den Salat; Geschichten zur Sprache und Kultur der Küche. Cosmos Verlag 2016.

Moderation: Stefan Siegenthaler, Redaktion: Christian Schmutz