Dialekt als Digilekt – Mundartschreibung im Internet

Soziale Medien haben die Schreibstile der Jüngeren auf den Kopf gestellt. Fast alles läuft im Dialekt ab. Dabei hat digital vermittelte Sprache sogar regionale Varianten. Forscher staunen, aber beruhigen: solche «Digilekte» können unseren Mundarten nichts anhaben.

Karina Frick, Sprachwissenschaftlerin an der Universität Zürich
Bildlegende: Karina Frick, Sprachwissenschaftlerin an der Universität Zürich zvg

«Noch nie haben die Jungen so viel geschrieben wie heute», sagt Karina Frick, Sprachwissenschaftlerin an der Universität Zürich. Die digitale Welt hat dem Dialekt neue Anwendungsbereiche erschlossen. Durch neue und ungewohnte Sprachvarietäten im Internet verändert sich die Schreibsprache vieler Deutschschweizer. Aber es gibt auch Unterschiede zwischen den Regionen, den Generationen und den Geschlechtern. Sogar Emojis bedeuten je nach Situation und Adressat etwas anderes.

Die Schnabelweid macht sich auf die Suche nach neuen «Digilekten» und ihren Auswirkungen auf die Mundarten.

Begriffsreise durch die Deutschschweiz

Der Mundart-Tipp dreht sich um Martin Elmigers Glossar «Deutsch undeutlich». Die Broschüre sammelt und erklärt 85 Begriffe um die deutsche Sprache in der Schweiz: von Alemannisch über Rotwelsch und Emil-Deutsch bis suisse toto. Dazu gibt es Antworten auf Mundartfragen sowie die Familiennamen Schüepp und Schuppli.

Tipp:

Christa Dürscheid und Karina Frick: Schreiben digital. Wie das Internet unsere Alltagskommunikation verändert. Kröner 2016.

Elisabeth Stark: SNF-Projekt «Whats up, Switzerland?» Universität Zürich 2016-2018.

Daniel Elmiger: Deutsch undeutlich; Eine Begriffsreise durch die vielfältige deutsche Sprache in der Schweiz. SAGW Bern 2019.

Moderation: Regi Sager, Redaktion: Christian Schmutz