«Frauenstreik», «Trumpismus» oder «Grünrutsch»

Welches wird das «Wort des Jahres 2019»? Wie und von wem wird es bestimmt? Welche Bedeutung hat das rätoromanische «Wort des Jahres» für die Rätoromanen? Fragen wie diese diskutieren Daniel Perrin von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Alice Bertogg von der Lia Rumantscha.

Bildlegende: Departement Angewandte Linguistik der ZHAW

Seit 2017 bestimmt die Abteilung Angewandte Linguistik der ZHAW in einem aufwändigen, wissenschaftlich fundierten Verfahren das «Wort des Jahres» in der Schweiz. Anfangs erst für die Deutschschweiz und die Romandie, 2018 zusätzlich für das Tessin und dieses Jahr erstmals auch für die Rätoromania.

Viel Aufwand für das «Wort des Jahres»
Grundlage für die Wahl bilden erstens eine grosse digitale Textsammlung, ein sogenanntes Textkorpus, das systematisch durchsucht werden kann; zweitens Vorschläge aus der Bevölkerung - ein entsprechendes Formular kann hier geöffnet werden - und drittens für jeden Landesteil eine Jury, bestehend aus Sprachprofis ganz unterschiedlicher Provenienz.

Insgesamt werden 12 Wörter gewählt
Jede Jury wählt für ihre Landessprache ein «Wort des Jahres» und dann noch ein Wort auf dem zweiten und eines auf dem dritten Platz. Zu jedem gewählten Wort gibt die Jury eine Begründung ab. Bekanntgegeben werden diese «Schweizer Wörter des Jahres 2019» am Dienstag, 3. Dezember, um 16h.

Tiefer Einblick in die Hintergründe
Linguistikprofessor Daniel Perrin von der ZHAW verantwortet das Projekt «Wort des Jahres». Alice Bertogg von der Lia Rumantscha, der Dachorganisation rätoromanischer Sprachvereinigungen, ist Mitglied der Jury, die das rätoromanische Wort des Jahres wählt. Sie beide diskutieren, zusammen mit Mundartredaktor Markus Gasser, über den Wert und die Bedeutung, die ein «Wort des Jahres» hat. In der Schweiz und in anderen Ländern. Sie erläutern den Unterschied zwischen einer einfachen Google-Suche und der wissenschaftlichen Analyse eines Textkorpus. Sie schauen zurück auf vergangene Jahreswörter und voraus auf das mögliche «Wort des Jahres 2019». Und sie besprechen aussichtsreiche und humorvolle, aber chancenlose, Wortkandidaten, die von SRF 1-HörerInnen vorgeschlagen wurden.

Moderation: Regi Sager, Redaktion: Markus Gasser