Neue Namenbücher aus Appenzell und Basel-Stadt

Tausende von Flurnamen, Ortsnamen, Waldnamen, Bergnamen, Gewässernamen etc. enthalten die beiden neu erschienenen Sammlungen «Die Orts- und Flurnamen der Landes Appenzell» und «Die Ortsnamen von Riehen und Bettingen - Ortsnamenbuch Basel-Stadt 1»

Appenzeller Landschaft
Bildlegende: Appenzeller Landschaft keystone / Christian Beutler

Die Orts- und Flurnamenforschung in der Schweiz ist seit Jahrzehnten äusserst aktiv. Regelmässig erscheinen Einzelbände oder Gesamtwerke von den kantonal organisierten Forschungsstellen wie etwa die in Bern, Solothurn, Basel, Pratteln, Luzern, Schwyz, im Wallis, im Thurgau oder im Appenzell. Die jüngsten Publikationen vom Herbst 2013 sind das gesamte, dreibändige Appenzeller Namenbuch sowie der erste Band des Namenbuchs Basel-Stadt.

55 Jahre danach: Band 2 des Appenzeller Namenbuchs

Professor Stefan Sonderegger aus Herisau, Jahrgang 1927, ist der Doyen der Schweizer Namenforschung. Von 1951 bis 1958 hat er eine Sammlung aller Orts- und Flurnamen von Appenzell angelegt und mit einer grammatischen Darstellung des Namenschatzes abgeschlossen. Dieses Buch, als Band 1 des Appenzeller Namenbuches deklariert, wurde seither zum Standardwerk für die Grundlagen der Flurnamen-Grammatik. 55 Jahre und eine professorale Laufbahn später erschien im Herbst 2013 der zweite Teil dieses Werks, die dreibändige Dokumentation und Deutung aller rund 12'000 Orts- und Flurnamen von Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden. Verfasser ist wieder Stefan Sonderegger, unterstützt durch ein Forscherteam um Eugen Nyffenegger, der die Namenforschungsprojekte in der Nordostschweiz betreut und herausgibt.

Nach nur 5 Jahren: Band 1 des Baselstädtischen Namenbuchs

Die jüngste kantonale Forschungsstelle in der Schweiz ist diejenige im Kanton Basel-Stadt. Nach nur 5 Jahren planen, sammeln, deuten und verfassen liegt nun der erste von geplanten 3 Teilbänden des Namenbuchs Basel-Stadt vor, der die Orts- und Flurnamen der beiden Landgemeinden Riehen und Bettingen enthält. Interessant ist diese Namenlandschaft, weil sie einerseits traditionell dörflich ist, andererseits schon seit der frühen Neuzeit stark von der Stadt Basel mitgeprägt wird. Heute ist vor allem Riehen auf dem Weg zur Agglomeration - das Kulturland weicht den Wohn- und Gewerbearealen. Die Sammlung erfasst also einen Namenbestand, den die älteren Einwohner noch erlebt haben, der heute aber zusehends verschwindet.

 

Buch-Tipps

Stefan Sonderegger: Die Orts- und Flurnamen des Landes Appenzell. 3 Teilbände. Verlag Huber Frauenfeld, 2013.

Jürgen Mischke, Inga Siegfried (Hg.): Die Ortsnamen von Riehen und Bettingen. Namenbuch Basel-Stadt 1. Christoph Merian Verlag, 2013.

Moderation: Stefan Siegenthaler, Redaktion: Markus Gasser