«Schönholzer & Schönholzer - Solo»

In seinem neuen Bühnenprogramm lässt der Songwriter, Gitarrist und Sänger Markus Schönholzer lustvoll seine verschiedenen inneren Stimmen aufeinander los. Und wird dabei fast unheimlich aktuell.

Markus Schönholzer
Bildlegende: Markus Schönholzer Patrik Fuchs/Adrian Elsener

Wie alle Bühnenkünstler ist auch Markus Schönholzer derzeit zur Aufführungsabstinenz gezwungen. In der «Schnabelweid» präsentiert er einen Teil seines neuen Programms «Schönholzer & Schönholzer - Solo» und spricht darüber, wie es ist, sich in einem abendfüllenden Programm auf der Bühne selbst zu begegnen.

Dabei sind Lieder wie «Nütig» oder «Elefant» von fast unheimlicher Aktualität, obwohl er diese Lieder lange vor der aktuellen Ausnahmesituation geschrieben hat. «Nütig» beschreibt einen jener Tage, an denen die Zeit still steht und einfach nichts passiert. Denn heute «isch ebe nöd Samschtig, s isch ebe nöd Sunntig, ... näi, es isch endlich sonen stinknormale Nütig». Es ist quasi der Song zur Stunde, der den Zustand beschreibt, in dem man unverhofft zwischen den Zeiten hängt und nicht recht weiss, was man mit so einem Tag im Ausnahmezustand anfangen soll.

Aus «Schönholzer & Rüdisühli» wird «Schönholzer & Schönholzer»
Markus Schönholzer hat mit bekannten Schriftstellern und Musikern zusammengearbeitet und stand in verschiedenen Formationen, zuletzt im Duo «Schönholzer & Rüdisühli», selber auf der Bühne. Nun ist er mit sich alleine unterwegs: «Schönholzer und Schönholzer - Solo» heisst denn auch sein aktuelles Programm. Darin ist er mit verschiedenen inneren Stimmen im Dialog, kämpft mit der einen Stimme in sich, welche die Welt retten will, gegen die andere Stimme, die lieber ausschlafen will. Ein epischer Wettstreit, liebevoll inszeniert als Wechselspiel der Argumente. Jedes Argument ist ein Lied zur Gitarre, das er mit sanfter Stimme in seinem Mischdialekt aus Zürich und Sankt Galler Rheintal singt.

Erklärung zu «Uf em Bäse sii» und «Zum Legibifit»
Im Schnabelweid-Briefkasten werden der seltsame Ausdruck «Uf em Bäse sii», der Flurname «Zum Legibifit» und der Familienname «Schälchli» erklärt.

«De Pety Präingjss»
Ausserdem stellen wir eine neue Übersetzung der Kultgeschichte «Der kleine Prinz» von Antoine de Saint-Exupéry vor, deren Titel «De Pety Präingjss» lautet. Die Sprache heisst «Bolz», entstand in der Unterstadt von Freiburg im Üechtland und ist eine Mischung aus Sensler Dialekt und Französisch.

Buchtipp

  • Antoine de Saint-Exupéry: «De Pety Präingjss». Bolz (Mundart von Freiburg, Schweiz). Bolze (Dialecte de Fribourg, Suisse). Übersetzt von Fränzi Kern-Egger. Edition Tintenfass 2019.

CD-Tipp

  • Schönholzer & Rüdisühli: Sozialplan. CD. 

Moderation: Sandra Schiess, Redaktion: Markus Gasser, Christian Schmutz