Znacht oder Z'nacht? Wie schreibt man es «richtig»?

Daniela Zimmermann lektoriert Mundart-Texte. Wie denn? Es gibt ja keine offiziellen Rechtschreibe-Regeln. Stimmt, sagt sie, doch gerade öffentliche Texte sollen stringent, einheitlich und gut lesbar sein. Von «richtig» oder «falsch» will die 31-jährige Linguistin aber nicht sprechen. 

Daniela Zimmermann mit zwei Kartons. Znacht in einem Wort und Z'nacht mit Apostroph. Was ist "richtig"?
Bildlegende: Znacht oder Z'nacht? Daniela Zimmermann schreibt es ohne Apostroph. SRF

Ihre Masterarbeit widmete Zimmermann der systematischen Dialektschreibung. Heute begutachtet sie Songtexte der Mundartmusiker Dabu Fantastic, Baschi und Marc Sway. Auch die Mundart-Literatur boomt und Unternehmen werben schon lange und immer häufiger auf Schweizerdeutsch: «Für ä tüüfä gsundä Schlaaf» oder «Spaziere, höckle, gnüüsse». 

Oft brütet Daniela Zimmermann stundenlang mit ihren Auftraggebern über Ausnahmen und Zweifelsfälle. Allgemein gültige Lösungen gebe es nicht, man müsse immer mehrere Faktoren berücksichtigen. Und die Schreibweise soll ja auch immer zum Inhalt eines Textes passen.

Und wie ist es nun mit dem Apostroph bei Z'Nacht? Für Daniela Zimmermann ist es bei diesem Fall klar: «Weil ein Apostroph immer einen weggefallenen Buchstaben markiert, bei Znacht aber nichts wegfällt, braucht es keinen Apostroph». Also Znacht.

 

Autor/in: Susanne Sturzenegger, Redaktion: Christian Schmutz