Wegen der Eskalation im Nahen Osten sitzen derzeit tausende Reisende fest. Nach Angaben des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sind über 4000 Personen aus der Schweiz betroffen, darunter auch SRF-Moderator Stefan Büsser. Er hält sich privat in Abu Dhabi auf – und erlebt die Angriffe aus nächster Nähe.
«Die Situation ist angespannt, aber nicht panisch. Das Militär fängt die Raketen und Drohnen aus dem Iran fast alle ab», sagt er. Raketen seien «direkt über uns» geflogen und abgefangen worden. «Der Knall und vor allem die Druckwelle sind gut spürbar, wie bei einem Erdbeben. Die Fenster in meinem Bungalow haben gezittert.» Nachts werde man vom Raketen-Alarm geweckt und müsse sich in Sicherheit bringen. «Man schläft danach, wenn überhaupt, nur mit einem mulmigen Gefühl ein.»
Flexibilität ist gefragt
Ursprünglich wäre sein Rückflug heute am Dienstag geplant gewesen. «So wie es aussieht, wird er wohl noch gecancelt.» Dass er an der nächsten Aufzeichnung von «Late Night Switzerland» am Sonntag dabei ist, hält er für «im Moment eher unrealistisch». Noch nie habe er eine Sendung verpasst. «Ich würde es sehr begrüssen, wenn das so bleibt.»
Bei SRF laufen derweil Abklärungen. «Natürlich hoffen wir, dass Stefan rechtzeitig zurück in der Schweiz ist», sagt Martina Ziesack, Leiterin SRF Comedy und Satire. Gleichzeitig prüfe man organisatorische und redaktionelle Anpassungen, um flexibel reagieren zu können. Auch eine Einbindung aus der Ferne werde geprüft. Momentan sei es aber zu früh, um einen Ersatzmoderator oder Moderatorin zu nennen.
«Die aktuelle Situation gab es so noch nie»
Martina Ziesack betont, man hoffe weiterhin, dass Stefan Büsser rechtzeitig in die Schweiz zurückkehren könne. Büsser sei als Produzent weiterhin eng in die redaktionellen Abläufe eingebunden und arbeite, soweit möglich, aus der Ferne an der Show mit.
Falls Büsser nicht rechtzeitig zurückkehren könne, werde man eine Lösung finden und zu gegebener Zeit informieren. Kurzfristige Ausfälle kämen bei SRF Comedy selten vor, «die aktuelle Situation gab es so noch nie». Entsprechend würden Entscheide stets individuell und in enger Rücksprache mit den jeweiligen Teams getroffen. Welche Variante am Ende zur Anwendung kommt, hängt laut Ziesack von der weiteren Entwicklung der Lage ab.