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Ungeimpfte Skifahrer geraten in Dilemma
Aus sportpanorama vom 03.10.2021.
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Impfempfehlung statt -zwang Ungeimpfte Skifahrer bald vor der Wahl «Lauberhorn oder Olympia»?

Auch ohne Impfzwang: Es sind herausfordernde Zeiten für ungeimpfte Spitzensportlerinnen und -sportler.

Immer wieder neue Einreisebestimmungen, andere Auflagen für Sportlerinnen und Sportler, das nötige Einhalten von Schutzkonzepten – die Saisonplanung in Pandemiezeiten fordert dem Direktor Ski alpin von Swiss-Ski, Walter Reusser, erheblichen Zusatzaufwand ab.

Vor allem das Thema Impfen beschäftigt ihn. Zwar sind laut Reusser über 90 Prozent der Athleten und beinahe 100 Prozent der Betreuerinnen geimpft. Aber es gibt immer noch einige ungeimpfte Fahrer im Weltcup-Kader.

Ungeimpfte Fahrer «keine Problemfälle»

«Das sind keine Problemfälle. Für jene Athletinnen und Athleten wird einfach alles aufwändiger, sie müssen sich vor allem viel mehr testen lassen», sagt Reusser. «Diesen Aufwand müssen sie auf sich nehmen, und dessen sind sie sich bewusst.»

Eine Impfpflicht gibt es bei Swiss-Ski nicht: «Wir respektieren die persönliche Einstellung und das Recht, sich nicht impfen lassen zu wollen. Unser Ziel ist, dass wir unsere Athleten in sportlicher Sicht so betreuen und unterstützen können, dass es ihnen möglich ist, den Weltcupwinter so gut wie möglich zu bestreiten», betont Reusser.

Warnschild in Edmonton
Legende: «Geimpft? Dann kommen Sie rein.» Immer häufiger sind solche Vorgaben auch bei Sportveranstaltungen zu sehen, hier an einem Rugby-Turnier im Commonwealth Stadium in Edmonton. imago images

Ähnliches ist vom Dachverband Swiss Olympic zu hören. Dort wurde vor den Sommerspielen in Tokio eine Impfpflicht diskutiert, die Idee aber wieder fallengelassen. «Wir sprechen keine Impfpflicht aus, sondern wählen den Weg der Empfehlung», sagt Ralph Stöckli, Chef de Mission bei Swiss Olympic. «Es muss ein persönlicher Entscheid bleiben, wobei die Sportlerinnen und Sportler sich der Konsequenzen bewusst sein müssen, wenn sie nicht geimpft sind.»

Lauberhorn oder Olympia?

Die Auswirkungen können unter Umständen gravierend sein, zum Beispiel für ungeimpfte Skirennfahrer: Mitte Januar findet in Wengen die Lauberhorn-Abfahrt statt, drei Wochen später bereits die Olympia-Abfahrt in Peking. «Lauberhorn oder Olympia?», könnte die Frage lauten. Denn diese Woche wurde bekannt, dass alle nicht vollständig geimpften Athletinnen und Athleten in China nach der Einreise für drei Wochen in Quarantäne müssen.

Für Stöckli ist klar, dass es gewisse Entscheidungen brauchen wird: «Ich glaube, diese Frage muss sich ungeachtet der Olympischen Spiele mittlerweile jeder stellen, der als Spitzensportler unterwegs ist. Es ist eine Grundsatzfrage, denn China ist nicht das einzige Land, das solche Forderungen stellt. Es wird also unglaublich schwierig, an den Wettkämpfen noch ungehindert teilnehmen zu können, wenn man sich nicht impfen lässt.»

SRF zwei, «sportpanorama» vom 03.10.21, 18:00 Uhr

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Hug  (AndiHug)
    wenn 90% geimpft sind ist auch eine herdenimmunität erreicht und man sollte keine nachteile mehr haben als ungeimpfte.
    länder die zu harte einreisebestimmungen haben sollte man auslassen und mehr rennen da durchführen wo es gerecht ist. aber das ist wunschdenken.
  • Kommentar von Martin Gebauer  (Mäde)
    Man könnte als Sportler/in die OS in Peking auch sausen lassen, sie quasi aus politischen Gründen boykottieren.
  • Kommentar von Bio Müller  (bio502)
    Drei Wochen Trainingspause vor den Spielen?
    Oder ist Quarantäne nicht Quarantäne?