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Nach Rassismus-Boykott US-Profiligen nehmen Betrieb wieder auf

Nach der Basketball-Profiliga NBA haben auch die Frauenliga WNBA, die NHL und die Major League Soccer die Fortsetzung ihrer Saisons angekündigt.

Die Rogers Place Arena in Edmonton.
Legende: Hier wird am Sonntag wieder gespielt Die Rogers Place Arena in Edmonton. Getty Images

Die noch nie dagewesene Protestwelle im US-Sport mit zahlreichen Spielboykotten in verschiedenen Profiligen scheint allmählich zu verebben. Nach der Zäsur im Zuge der Erschiessung des Afro-Amerikaners Jacob Blake will man zur Tagesordnung übergehen.

NBA: In der Nacht auf Sonntag geht es weiter

Die NBA und die Spielergewerkschaft (NBPA) meldeten bereits am Freitag, dass die Playoff-Achtelfinals am Samstag fortgesetzt werden. Um 21:30 Uhr treffen die Milwaukee Bucks auf Orlando Magic. Milwaukee hatte am Mittwoch das Playoff-Spiel gegen Orlando Magic boykottiert und damit im US-Sport die Protestwelle ausgelöst. In der Nacht auf Sonntag steigen die Partien Oklahoma - Houston und Portland - Los Angeles Lakers.

In der Frauen-Basketball-Liga WNBA wird bereits wieder gespielt. «In den vergangenen zwei Tagen haben die WNBA und die Spielerinnen pausiert und sowohl als Individuen als auch als Kollektiv über die Ungleichheiten in unserer Gesellschaft nachgedacht», sagte WNBA-Chefin Cathy Engelbert. Man unterstütze die Spielerinnen vollkommen, wenn sie weiter ihre Stimmen erheben würden.

Trump kritisiert erneut NBA-Protest

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US-Präsident Donald Trump hat den Streik von Basketball-Profis aus Protest gegen Polizeigewalt und Rassismus erneut kritisiert. Was sie mit dieser politischen Aktion der NBA antäten, werde den Basketball zerstören, sagte Trump zu Journalisten an Bord der
Präsidentenmaschine Air Force One. «Es ist sehr schlecht für die NBA», sagte Trump. Bereits in seiner Nominierungsrede auf dem Parteikonvent der Republikaner am Donnerstag warf Trump der National Basketball Association vor, «wie eine politische Organisation» geworden zu sein.

MLS: Montreal - Toronto mit Nebengeräuschen

Die Major League Soccer MLS teilte mit, man sei nach einer Zeit des Nachdenkens und nach Gesprächen mit verschiedenen Parteien zu der Entscheidung gekommen, die Spiele wieder aufzunehmen. Als erste Begegnung wurde die Partie zwischen den beiden kanadischen Teams Montreal Impact und Toronto FC für den Freitagabend (Ortszeit) terminiert. Toronto setzte sich mit 1:0 durch. Die Spieler von Montreal wollten die Partie nach Angabe von Verteidiger Rudy Camacho eigentlich boykottieren. Der Gegner aus Toronto hätte sich jedoch dagegen ausgesprochen. Montreal-Coach Thierry Henry wollte keinen Kommentar abgeben.

Video
US-Sportler protestieren gegen Rassismus
Aus sportflash vom 27.08.2020.
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NHL: Denkpause ist vorbei

Nachdem der Spielbetrieb in der NHL zwei Tage lang geruht hat, geht es auch im Eishockey am Samstag mit den Playoffs weiter. Das auf den Donnerstag angesetzt gewesene 3. Spiel der Viertelfinal-Duelle Tampa Bay - Boston (am Samstag um 18:00 Uhr), Philadelphia - New York Islanders und Vancouver - Vegas Golden Knights (beide Nacht auf Sonntag) werden zuerst nachgeholt. Am Sonntag folgen die Freitagsspiele Boston - Tampa Bay sowie Dallas - Colorado. Ryan Reaves, der schwarze Spieler der Vegas Golden Knights, findet die Pause lobenswert. In zwei Tagen könne man die gesellschaftlichen Probleme zwar nicht lösen, aber es sei immerhin ein Anfang. Die Spieler der 8 verbleibenden Teams hatten die Liga im Zuge des NBA-Boykotts geschlossen zum Unterbruch gezwungen.

Mehrere NHL-Spieler an einer Medienkonferenz
Legende: Protestierten geschlossen Nazem Kadri (Colorado, ganz links), Pierre-Edouard Bellemare (Colorado), Ryan Reaves (Vegas, Mitte), Jason Dickinson (Dallas) und Bo Horvat (Vancouver) am Donnerstag an einer Medienkonferenz. Getty Images

MLB: Protest auch im Baseball

Die Baseball-Spieler der Houston Astros und der Oakland Athletics sind in der Nacht auf Samstag nach einer Protestaktion nicht zu ihrer Partie angetreten. Damit schlossen sich die Mannschaften der Protestserie zahlreicher Sportler aus verschiedenen US-Ligen an.

Video
Aaron Boone, Manager der New York Yankees, wird emotional
Aus Sport-Clip vom 29.08.2020.
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Zunächst legten Spieler beider Teams Trikots mit der Nummer 42 und ein «Black Lives Matter»-Shirt auf dem Spielfeld nieder, um an Jack Robinson zu erinnern. Der ehemalige Baseball-Spieler schrieb 1947 Sportgeschichte, da er als erster schwarzer Spieler seit 1884 in der MLB auflaufen durfte. Die Profis, die ebenfalls Trikots mit der Nummer 42 trugen, hielten eine Gedenkminute ab. Anschliessend verliessen sie geschlossen das Feld. Schon am Tag zuvor hatten sich die New York Mets und die Miami Marlins für eine ähnliche Aktion entschieden.

Die Spieler der Oakland Athletics verlassen das Spielfeld.
Legende: Nach einer Schweigeminute Die Spieler der Oakland Athletics verlassen das Spielfeld. Getty Images

SRF zwei: sportflash, 27.08.2020, 22:20 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Marc Grut  (Pandas)
    Traurig das diese Aufmerksamkeitshäscherei von den Medien gefördert wird. Diese Aktion hat es kaum verdient ein Boykott genannt zu werden, wenn die Sportler dabei auf nichts verzichten.
  • Kommentar von Marc Grut  (Pandas)
    Eines muss man ihnen lassen, Sie wissen wie sie Aufmerksamkeit erhaschen können. Aber dann auf etwas wirklich zu verzichten ist schon schwieriger. Irgendwie Sinnbildlich für die Antirassismus Bewegung.
  • Kommentar von Thomas Steiner  (Tom Stone)
    Toll, dass Sportler einsehen, dass sie zur Gesellschaft gehören und Verantwortung übernehmen. Traurig, wie hier kommentiert wird.