Wer in der Zentralschweiz nach einem erfolgreichen Eishockey-Team sucht, wird in dieser Saison in Zug fündig. Allerdings ist es nicht das Männer-Team des EVZ, sondern die Frauen-Abteilung, die in diesem Winter so richtig für Furore sorgt. Während Zug in der National League nur den Sprung in die Play-Ins schaffte, dominieren die EVZ-Frauen in der Women's League das Geschehen nach Belieben.
Die Regular Season schlossen die Zugerinnen auf dem 1. Rang ab. 26 Siege in 28 Spielen, 148 erzielte Tore und 20 Punkte Vorsprung auf die zweitplatzierten Bernerinnen, so das klare Verdikt nach der Qualifikation. Der EVZ steht damit direkt in den Playoff-Halbfinals. Gegner ist Fribourg-Gottéron, das in den Pre-Playoffs die ZSC Lions eliminierte.
Fünf Bronze-Gewinnerinnen
«Es ist viel passiert in dieser Saison. Wir hatten auch unsere Ups und Downs.» Das Fazit von Captain Lara Stalder klingt gegenüber der Konkurrenz angesichts der Zuger Dominanz wie blanker Hohn. Stalder erklärt, es seien knappe Spiele dabei gewesen und in den Playoffs beginne bekanntlich alles bei null.
Stalder blickt wie vier ihrer Teamkolleginnen auf bewegte Wochen zurück. Gemeinsam mit Ivana Wey, Rahel Enzler, Alina Marti und Annic Büchi war sie Teil des Frauen-Nationalteams, das an den Olympischen Spielen Milano Cortina 2026 die Bronzemedaille gewann. Eine gewisse Müdigkeit sei nach dem Trubel sehr wohl vorhanden gewesen. «Wir konnten uns aber wieder sammeln», so Stalder.
Lehrreiche Finalniederlage
Wey hatte mit ihrem Assist auf Teamkollegin Alina Müller im kleinen Final gegen Schweden entscheidenden Anteil an der Bronzemedaille. «So etwas erlebt man nicht jeden Tag, das war definitiv mein Karriere-Highlight bis jetzt.» Das freie Wochenende sei ihr und ihrem Team entgegengekommen. «Jetzt sind wir bereit.»
Im letzten Jahr hatten die Zugerinnen den Meistertitel noch verpasst. Im Playoff-Final unterlagen die Zentralschweizer Aufsteigerinnen dem SC Bern sang- und klanglos mit 0:3. Die Erfahrung aus der letzten Saison werde dem Team heuer helfen, ist Trainerin Daniela Diaz überzeugt. «Wir sind viel reifer geworden. Es wird alles andere als einfach, aber wir wollen unbedingt auch den zweiten Titel in dieser Saison holen.»
Den Cup haben die Zugerinnen wie im Vorjahr schon für sich entscheiden können. In der Meisterschaft winkt der fünfte Titel der Klubgeschichte. Es wäre die Krönung der pompösen Rückkehr ins Profigeschäft nach fast 20 Jahren Absenz.