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Brandon Kozun hat in Ambri auf Anhieb eingeschlagen
Aus Sport-Clip vom 16.09.2021.
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Ambri gegen Zug auf Rekordjagd «Trage ein Ehrgeiz-Monster in mir»: Kozun will Ambri gross machen

Er ist 1,73 m klein, hat mit Ambri aber Grosses vor: Neuzugang Brandon Kozun hat sofort eingeschlagen und will nun einen 50-jährigen Rekord knacken.

Die Euphorie in der Leventina ist derzeit gross. Die ersten drei Partien konnte Ambri allesamt gewinnen, die «Nuova Valascia» wurde vor fast 7000 Fans und mit einem furiosen 6:2-Erfolg über Freiburg eröffnet. Drei Siege zum Saisonstart? Das war letztmals 2006 gelungen, damals mit dem heutigen Trainer Luca Cereda in der 2. Linie. Nun hofft man im Heimspiel gegen Zug am Freitag gar auf Sieg Nummer Vier. Wie letztmals vor genau 50 Jahren.

«Unglaubliche Atmosphäre» in neuer Arena

Einen grossen Anteil an der Möglichkeit der Rekordjagd hat Brandon Kozun. Der amerikanisch-kanadische Flügelstürmer traf in seinen ersten drei Partien schon dreimal, steuerte zudem zwei Assists bei. Kozun brachte seine Farben bei der Eröffnung der Gottardo Arena mit einem frühen Doppelschlag auf Kurs.

Natürlich, die Atmosphäre sei unglaublich gewesen, erzählt der 31-Jährige im Interview mit SRF. Zugleich wird er nicht müde zu betonen, es zähle nur, dass er seiner Equipe helfen konnte. Getreu dem Motto: «There's no ‹I› in ‹Team›.»

Brandon – wer?

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Brandon – wer?
Legende: Neue Attraktion in der Nuova Valascia: Brandon Kozun. Freshfocus

Hierzulande hat Brandon Kozun erst gerade begonnen, sich einen Namen zu machen. Der Sohn eines Amerikaners und einer Kanadierin wuchs in Los Angeles auf und bekam die Eishockey-DNA mütterlicherseits eingeimpft. Spätestens als Wayne Gretzky 1993 die LA Kings in den Stanley-Cup-Final führte, war es um Kozun geschehen.

Als er 10 Jahre alt war, zog die Familie nach Calgary. In Kanada absolvierte er diverse Jugendligen, ehe er 2009 von den LA Kings gedraftet wurde. Seine einzigen 20 NHL-Einsätze bestritt er jedoch für die Toronto Maple Leafs, wobei er zwei Tore erzielte. Der 1,73-m-Mann wurde jedoch für zu klein für die NHL befunden und wechselte in die KHL. Dort spielte er für Jokerit Helsinki, Lokomotive Jaroslawl, Magnitokorsk und Dinamo Minsk. Sein ehemaliger Jokerit-Teamkollege Peter Regin lotste ihn ins Tessin.

Dass Kozun kaum Anlaufzeit brauchte, liegt auch an Peter Regin. Mit dem dänischen Center, der bei den «Biancoblu» schon bei 5 Assists hält, harmonierte er bereits vor 6 Jahren bei Jokerit.

Ohne Regin wäre Kozun heute kaum in Ambri: «Er war einer der Hauptgründe für meinen Wechsel. Er ist einer der wenigen Spieler in der Karriere, mit denen man eine besondere Chemie entwickelt», schwärmt Kozun. «Wir haben einen ähnlichen Blick auf das Spiel. Er war fünf Jahre lang Captain, das sagt alles über seinen Charakter. Er ist ein sehr ehrlicher Sportler und ein kompletter Spieler.»

Kozun und das Ehrgeiz-Monster

In der National League fiel der kanadische Olympia-Dritte von 2018 sofort durch seine Dynamik auf. Bei einer Körpergrösse von nur 1,73 m ist Tempo Trumpf. Er sieht es als Fluch und Segen: «Am Anfang meiner Karriere wollten mich viele Teams nicht, weil ich zu klein sei. Noch heute ist die NHL eine ‹Big Men's League›.»

Doch mit dem Schicksal hadern will Kozun nicht: «Dass ich oft gehört habe, ich würde es sowieso nicht schaffen, hat in mir eine bestimmte Attitüde, ein Ehrgeiz-Monster geschaffen. Manchmal würde ich es gern ablegen, doch nur deshalb habe ich es soweit gebracht.»

Von festen Zielen mit Ambri will Kozun nicht sprechen. Für einen derart ehrgeizigen Akteur müssen indes die Playoffs das Minimum sein, oder? «Ich bin jedenfalls nicht gekommen, um zu verlieren. Ich hoffe, das beantwortet die Frage», so der einstige Stürmer der Maple Leafs.

In dieser Liga kann jeder jeden schlagen – jederzeit.

Der Anfang ist gemacht, er fühlt sich wohl im Tessin, in der Schweiz. Freilich, die Reisen sind deutlich kürzer als noch in der KHL, die Strukturen laut Kozun weniger fix. Ein schnelles Spiel mit Raum für Improvisation. Dass der Einjahresvertrag verlängert wird, sei von Kozuns Warte aus durchaus denkbar.

Doch erst die Gegenwart, Rekordjagd gegen den Meister. «In dieser Liga kann jeder jeden schlagen – jederzeit», ist Ambris Topskorer überzeugt. Aber aufgepasst: Als die Leventiner vor 15 Jahren ihre ersten drei Saisonpartien gewannen, folgte bald darauf eine Baisse mit zehn (!) Niederlagen in Serie. Schwer vorstellbar, dass dies Brandon Kozuns Ehrgeiz-Monster zulässt ...

SRF zwei, sportflash, 16.9.21, 20 Uhr;

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