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Blum und die Frage nach der Rückkehr aufs Eis
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Folgen der Gehirnerschütterung Blum: «Es ist zäh, es nagt, es braucht viel Energie»

Vor 7 Monaten erlitt Eric Blum bei einem Check eine schwere Gehirnerschütterung. Mit den Folgen kämpft der SCB-Verteidiger noch immer.

Bald ein Fünftel der Qualifikation ist in der neuen National-League-Saison bereits wieder gespielt. Mit 2 Siegen aus bisher 8 Spielen hinkt der SC Bern den eigenen Ansprüchen noch hinterher. Gut gebrauchen könnten die «Mutzen» derzeit einen gestandenen Verteidiger wie Eric Blum. Doch für diesen gestaltet sich die Rückkehr aufs Eis schwierig.

Ich habe dieses Türchen aufgemacht und gesehen, wie steil es abwärts gehen kann»
Autor: Eric Blumüber depressive Gedanken

«Im Alltag geht es mir gut», sagt der 35-Jährige nach seiner Mitte Februar erlittenen schweren Gehirnerschütterung. Blum war vom damaligen Davoser Fabrice Herzog übel gecheckt worden – und hat seither kein Spiel mehr absolviert. «In Sachen Leistungssport bin ich aber überhaupt noch nicht dort, wo ich hin sollte», so der Verteidiger.

Therapiealltag und viele Fragen

Der Check von Herzog hatte in der letzten Saison für einigen Wirbel gesorgt. Von der Liga wurde der aktuelle EVZ-Spieler für sein Vergehen für 8 Spiele gesperrt. Vielen war das zu wenig. Blum hat sich damals aber entschieden, das Urteil nicht weiterzuziehen. «Es gibt mir keine Genugtuung, wenn er noch ein oder zwei Spiele mehr gesperrt worden wäre», sagt er. «Deswegen werde ich nicht schneller gesund.»

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Archiv: Der brutale Check von Herzog gegen Blum
Aus Sport-Clip vom 14.02.2021.
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Gesund zu werden – daran arbeitet Blum noch immer. Er hat in den letzten Monaten schwierige Momente erlebt. «Ich bin Woche für Woche, Tag für Tag mit Therapie beschäftigt, das ist zäh, das nagt, das kostet Energie», sagt er.

Auch auf psychischer Ebene hatte Blum zu kämpfen. Man beginne sich viele Fragen zu stellen. Der passionierte Gitarrenspieler spricht von depressiven Ansätzen, «die bei mir glücklicherweise kein grosses Ausmass angenommen haben. Aber ich habe dieses Türchen aufgemacht und gesehen, wie steil es abwärts gehen kann», sagt er.

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Blum: «Gedanken, die ich im Leben bisher so nicht hatte»
01:11 min
abspielen. Laufzeit 01:11 Minuten.

Insgesamt sei sein Respekt vor dem Sport gewachsen. Das habe auch damit zu tun, dass er als Ehemann und Vater eines kleinen Sohnes an einem ganz anderen Punkt im Leben stehe als noch mit Mitte 20. Angst vor einer Rückkehr aufs Eis hat Blum aber nicht. «Ich weiss, dass wenn ich wieder spielen werde, ich auch das Vertrauen wieder zu 100 Prozent haben werde.»

Die ganze Fokus-Sendung mit Eric Blum finden Sie hier.

Radio SRF 3, 27.09.2021, «Fokus» 20:00 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Mark Altheer  (Mark_Altheer)
    Ich will Herzog nicht in den Schutz nehmen, aber solche Dinge geschehen im Eishockey halt. Wer Eishockey spielt weiss das. Bei Herzog ist das Problem dass er ein Wiederholungstäter ist. Er hat nichts aus der Vergangenheit gelernt. Grundsätzlich sollte der "Täter" solange gesperrt werden bis das das Opfer wieder spielen kann.
    1. Antwort von Daniel Flückiger  (Daniel Flückiger)
      Nein, „solche Dinge“ geschehen eben nicht einfach. Das war eine mutwillige Attacke und dafür sollte die Person die Verantwortung übernehmen müssen. Acht Spielsperren, nachdem man mutwillig das Ende einer anderen Karriere in Kauf genommen hat - ein Witz!
  • Kommentar von Andreas Buser  (AnMaBu)
    Der foulende Spieler müsste jeweils so lange gesperrt sein, wie der durch das Foul Verletzte nicht spielen kann. Das würde bestimmt ein Umdenken bewirken.
    1. Antwort von Roland Wegner  (YB for ever)
      Das stimmt und würde ich auch befürworten. Aber Spieler wie Herzog sind nicht lernfähig und müssen zwingend vom Eis, lebenslang.
  • Kommentar von sven huper  (ichsitzenichtindeinemboot)
    Absolut feige von Herzog auf sein Opfer das schon in einem Zweikampf involviert ist von der Seite so unbemerkt reinchecken. Das hat nichts mit Härte zu tun, meiner Ansicht nach einfach primitiv.