Zum Inhalt springen

Header

Video
Die Lions bestätigen gegen Zug das Break
Aus Sport-Clip vom 20.04.2022.
abspielen. Laufzeit 7 Minuten 48 Sekunden.
Inhalt

Malgin macht's möglich Löwen auf der Jagd, ein Trio auf einer Mission

Nach Sieg 2 in der Final-Serie träumt ein Top-Trio von der Titel-Premiere: Denis Malgins Linie ist momentan unaufhaltbar.

Schlafende Löwen sollte man nicht wecken. Das gilt offenbar nicht nur in der Savanne, sondern auch in den Eishockey-Stadien des Landes. Denn nachdem Biel die ZSC Lions gekitzelt hatte, in der Viertelfinal-Serie der Playoffs erst mit 2:0 und dann 3:2 vorlegte, reagierten die Zürcher heftig: Von den letzten elf Playoff-Spielen verloren die Zürcher nämlich nur noch eines.

Tatsächlich erinnern die Lions spätestens seit den Halbfinals an ein Raubtier, welches seine Beute geduldig jagt – und schliesslich im letzten Moment zuschlägt. Drei der vier Siege über Freiburg kamen in der Verlängerung zustande. Und auch in den Final-Duellen mit Zug fielen die entscheidenden Tore jeweils erst in den Schlussminuten, respektive -sekunden, immer nach einem Rückstand.

Video
Malgin geht vergessen und trifft zum 2:1
Aus Sport-Clip vom 20.04.2022.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 14 Sekunden.

Diese Geduld, diese Wachheit im entscheidenden Moment, sind Stärken, die die Zürcher in der finalen Phase der Meisterschaft für sich entdeckt haben. Eine andere sind die Special Teams: Drei der fünf Tore gegen den EVZ fielen bislang im Powerplay, ein weiteres bei sechs gegen fünf. Gegentreffer in Unterzahl? Fehlanzeige!

Meistermacher Malgin?

Eng mit dem aktuellen Hoch und den Meisterträumen in der Limmatstadt verbunden ist Denis Malgin. Als der ZSC 2018 seinen letzten Meistertitel feierte, war der Siegtorschütze vom Mittwoch weit weg von Zürich. Der hochbegabte Stürmer hatte die Lions zwei Jahre zuvor in Richtung Nordamerika verlassen, um sein Glück in der NHL zu versuchen. Mit 19 debütierte er bei den Florida Panthers in der weltbesten Eishockey-Liga.

Danach bestritt er in vier Saisons über 190 NHL-Spiele und sammelte dabei 60 Skorerpunkte, ehe er vor zwei Jahren bei Toronto aufs Abstellgleis geschoben wurde und daraufhin in die Schweiz zurückkehrte. Nach einem Jahr in Lausanne läuft er seit dieser Saison wieder für die ZSC Lions auf.

Video
Malgin: «Bei uns kommt keine Hektik auf»
Aus Sport-Clip vom 20.04.2022.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 2 Sekunden.

Der Entscheider: Vier Game-Winner in den Playoffs

Als Königstransfer gefeiert wurde Malgin seinen Vorschusslorbeeren bei seiner Rückkehr zu seinem Juniorenverein schnell einmal gerecht. Mit 21 Goals war er in der Qualifikation nicht nur der beste Torschütze im ZSC-Dress, sondern auch Topskorer seines Teams. Auch in den Playoffs ist der wirblige, pfeilschnelle Angreifer für die Mannschaft von Rikard Grönborg ein unverzichtbarer Wert. Das 2:1 gut drei Minuten vor Schluss des zweiten Finalspiels gegen Zug war bereits Malgins vierter Siegtreffer in diesen Playoffs. In der Halbfinalserie gegen Fribourg-Gottéron entschied er die Spiele 1 und 3 jeweils in der Verlängerung.

SRF-Eishockey-Experte Mario Rottaris schwärmte: «Der ZSC hat mit ihm einen Killer, der die Game-Winner riecht.» Auf die Frage, weshalb er und sein Team auch nach Rückständen die Ruhe bewahren, bediente sich Malgin am Mittwoch im SRF-Interview einer Floskel. «Es ist Hockey. Das Spiel dauert 60 Minuten oder länger», sagte er und fügte an: «Wir verfallen nie in Hektik.»

Ein Trio auf einer Mission

Geduld beweisen musste Malgin schon in der mit 4:3 gewonnenen Viertelfinalserie gegen Biel, als er in Spiel 3 nach einem Check von Noah Schneeberger verletzt ausgefallen war und auch die darauffolgende Partie verpasste. Seither sorgt er mit seinen Linienkollegen Sven Andrighetto und Denis Hollenstein im Offensivspiel der Lions aber praktisch Abend für Abend für die Glanzlichter. Doch Malgin und seine beiden Sturmpartner vereinen etwas: Sie alle wurden bei den Profis noch nie Meister.

Kann das Trio mit dem ZSC seine Pace hoch halten, könnte sich dies jedoch schon bald ändern. Gewinnen die Lions am Samstag in Zug auch das dritte Finalspiel, könnten sie am Sechseläuten-Montag vor Heimpublikum den zehnten Meistertitel der Klubgeschichte perfekt machen. Es wäre für den «Zett» ein mehr als würdiger Abschied vom Hallenstadion – und für Malgin der vorläufige Höhepunkt nach seiner Rückkehr aus Nordamerika.

SRF zwei, sportlive, 20.4.22, 20 Uhr;

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Marco Murbach  (Marco66)
    Zug hat wahrscheinlich den besten Torhüter in seinen Reihen, der ZSC hat aber die drei besten Stürmer in der CH. Ich sage nur Malgin, Andrighetto und Hollenstein bilden den besten Sturm. Wenn die drei wollen, dann schiessen sie die Tore für den Z.
  • Kommentar von Frédéric-Marc Fluehmann  (Frédéric-Marc Fluehmann)
    Der ZSC führt 2:0. Aber seien wir ehrlich, seit dem HF ist das Spielglück sehr einseitig zu Gunsten des ZSC verteilt. Gerade das muss den EVZ motivieren. Denn bekanntlich bricht jede Glückssträhne mal ab. Es braucht dazu nur ein unglückliches Tor gegen den ZSC und schon ist es passiert. Nichts desto trotz hat Malgin Grösse gezeigt und hat den Jubel in Grenzen gehalten. Sehr wohl wusste er im Moment, welch Glück er hatte, dass dieser Puck pfannenfertig auf sein Stock abgelenkt wurde.
    1. Antwort von Hans Jucker  (Hänsel)
      Sind sie sich sicher, dass der Puck abgelenkt wurde? Für mich sah es nach einem zwar unerwarteten, aber gewollten Rückpass von Hollenstein aus. Übrigens bin ich nicht der Ansicht, dass der ZSC mehr Glück hat. Die Pfostenschüsse und der um ein Haar von einem eigenen Schlittschuh ins leere Tor abgelenkte Puck im ersten Spiel sprechen in meinen Augen eine andere Sprache. Und dass Simion im Abschluss nicht die Klasse eines Malgin hat, ist ein Fakt und hat mit Glück nichts zu tun.
    2. Antwort von Martin Gebauer  (Mäde)
      Glück kann man mit harter Arbeit erzwingen. Der ZSC arbeitet wesentlich härter. Zug stirbt in Schönheit. Ich sehe bei den Innerschweizern den nötigen Biss nicht. Mir soll's recht sein. Hopp ZSC!
    3. Antwort von Marco Murbach  (Marco66)
      Wie sagt man so schön, Glück kann auch einfach mal erarbeitet werden. Der EVZ ist mit Sicherheit eine starke Mannschaft, sie sind aber auch nur so gut, weil sie Genoni im Tor haben. Werde es ja sehen, wer am Schluss die Nase vorne hat. Ich hoffe sehr, dass der Chübel nochmals ins Hallenstadion kommt und sich der ZSC so gebührend verabschieden kann. ATTACKE ZSC ihr werden es schaffen :-)
  • Kommentar von Corinne Küng  (Fiorentina71)
    Denis Malgin, ein genialer Eishockey-Spieler und ein super sympatischer Mensch. Er hat immer ein offenes Ohr für meine Jungs egal ob der Z das Spiel gewinnt oder verliert. Danke :)