Beim EV Zug ging am Samstag eine Ära zu Ende. Nach 12 Jahren – kein anderer National-League-Sportchef war länger im Amt – wurde Reto Kläy als Sportchef entlassen. «Aufgrund von unterschiedlichen strategischen Ausrichtungen» entschied sich der Verwaltungsrat um Hans-Peter Strebel, den Emmentaler zu entlassen. Zwei Meistertitel und ein Cupsieg fielen unter die Ägide Kläys.
Der Entscheid, sich von Kläy zu trennen, lässt sich sportlich erklären. Seit dem Titel 2022 hinken die Zuger den Erwartungen hinterher und auch der ehemalige Sportchef hatte bei den Transfers nicht mehr jenes goldene Händchen wie in den Meisterjahren.
Sportlicher Entscheid?
Doch in Zug halten sich die Gerüchte hartnäckig, dass hinter der Trennung mehr steckt. Nicht allen Spielern soll das topmoderne Spitzensportzentrum OYM in Cham, die Trainingsheimat der Zuger, gleich behagen. Auch der Zeitpunkt der Entlassung – die Saison endete für den EVZ vor knapp drei Monaten – deutet auf einen nicht rein sportlichen Entscheid hin.
Ich spüre keine Unzufriedenheit.
Der Prozess, der letztlich zur Entlassung geführt habe, sei das Ergebnis von langen Diskussionen, erklärte Präsident Strebel in einer Medienrunde am Montag. Es könne sein, dass einzelne Spieler mit dem OYM nicht ganz glücklich seien. «Wir führen diese Diskussionen. Aber ich bin fast täglich vor Ort und rede mit unseren Spielern. Ich spüre keine Unzufriedenheit.»
Geht auch der CEO?
Dass das OYM dem Aargauer besonders am Herzen liegt, kann er nicht verbergen. Strebel, der über 100 Millionen Franken aus eigener Tasche in das Spitzensportzentrum investiert hat, wird nicht müde zu betonen, dass das OYM den höchsten wissenschaftlichen Standards entspricht und etwas Einmaliges sei.
Der Wechsel auf der Sportchef-Position könnte in Zug nicht der letzte gewesen sein. CEO Patrick Lengwiler soll als direkter Vorgesetzter von Kläy nicht in den Entscheid involviert gewesen sein. Dem widerspricht Strebel: «Wir haben mit ihm geredet und ihn orientiert. Für uns war das ein klarer Prozess.»
Einen möglichen Abgang von Lengwiler würde Strebel bedauern. «Patrick hat grosse Arbeit beim EVZ geleistet, das ist zu würdigen.» Und doch: «Manchmal gibt es neue Wege, die man einschlägt. Aber da sind wir in der Diskussion.» Strebels Wunsch ist, möglichst bald in ruhige Gewässer zu kommen. Ob mit oder ohne Lengwiler?