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Die Crux mit den Lizenz-Schweizern
Aus Eishockey vom 12.10.2023. Bild: Pascal Muller/freshfocus
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National League Der Umgang mit Lizenz-Schweizern: ein schwieriger Balanceakt

Viele Ausländer mit Schweizer Lizenz sind keine Schlüsselspieler. Ab 2026 kommt es deshalb zur Regeländerung.

Petr Cajka (Rapperswil-Jona), Dominic Zwerger (Ambri-Piotta), Josh Jooris (Servette-Genf) – ein Tscheche, ein Österreicher und ein Kanadier. Sie alle sind Stürmer in der National League, gelten aber nicht als Ausländer. Es handelt sich hierbei um sogenannte Lizenz-Schweizer.

Dies, weil sie ihre erste Spiellizenz in der Schweiz eingelöst oder mindestens fünf Jahre ihrer Ausbildung in der Schweiz absolviert haben. Insgesamt gibt es in der höchsten Schweizer Liga über 30 solcher Akteure.

Ausbildungschef Graf: «Das ist sinnlos»

Das Problem dabei: Die meisten davon sind keine Schlüsselspieler. Das bringe nicht viel, sagt Markus Graf, der Ausbildungschef im Schweizer Eishockeyverband. «Das ist wirklich sinnlos. Wenn du ein Auslandschweizer mit dieser Lizenz in der zweiten oder dritten Linie hast, kann dir das helfen. Aber dann kannst du auch einen Schweizer einsetzen.»

Das sieht nicht nur Graf so, denn ab der Saison 2026/27 kommt es zu einer Anpassung im Reglement: Dann wird das Alter der Lizenzschweizer auf maximal 22 Jahre beschränkt. Haben die Spieler bis dahin keinen Schweizer Pass, belasten sie das Ausländerkontingent. Dies wurde vor zwei Jahren bei der Liga-Reform beschlossen.

Fluch und Segen zugleich

Doch solche Spieler können nicht nur eine Belastung, sondern auch eine Bereicherung für das hiesige Eishockey sein. Der Umgang mit den Lizenzspielern sei ein schwieriger Balanceakt, so Graf. «Ein Ausländer kann die Struktur stärken und die Konkurrenz ankurbeln.» Wenn es aber zu viele seien, kämen die Schweizer nicht mehr zum Zug.

Radio SRF 1, 12.10.23, 18:45 Uhr;

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