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Jakob über die Finanzpolitik der Tigers
Aus sportpanorama vom 01.11.2020.
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Tigers-Präsident Peter Jakob «Dieser Klub darf nicht verschwinden»

Peter Jakob, Präsident der SCL Tigers, sprach im «sportpanorama» über die angespannte finanzielle Situation des National-League-Klubs.

Peter Jakob blickt auf eine happige Woche zurück. Am Mittwoch beschloss der Bundesrat Geisterspiele und am Freitag wurde bei den SCL Tigers der 1. Corona-Fall publik. Das Team begab sich bis am 7. November in Quarantäne.

Im Emmental geht die Angst um

«Die Verunsicherung ist extrem gross, die Leute sind am Anschlag und haben Angst um ihre Stellen», sagt der 64-Jährige. Doch Jakob ist bestrebt, Optimismus zu verbreiten: «Wir standen so oft vor dem Lichterlöschen. Aber wir werden es auch diesmal irgendwie schaffen.» Es gelte, unter allen Umständen die Saison zu Ende zu spielen – auch ohne Zuschauer. Damit werde man den TV-Zuschauern und dem Sport gerecht.

Zur Person

Der 64-jährige Peter Jakob stieg 2009 als Präsident bei den SCL Tigers ein. Mit einem neuen Verwaltungsrat wendete er in extremis den Konkurs ab. In seine Amtszeit fällt die Stadionsanierung 2012, der Abstieg in die Zweitklassigkeit 2013 und der Wiederaufstieg 2015. Jakob führt in dritter Generation das global tätige Drahtseilunternehmen Jakob Rope Systems in Trubschachen.

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Die Ära Jakob in Langnau
Aus sportpanorama vom 01.11.2020.
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Wie ernst die finanzielle Lage bei den Tigers ist, weiss Jakob nur zu genau. Bereits im Frühling hat er gehandelt. «Unser Lohnbudget haben wir um 25 Prozent gesenkt. Wir haben die Löhne ab 75'000 Franken um 15 Prozent reduziert», erklärt er.

Verlust im Worst Case zwischen 6 und 8 Millionen

Es braucht aber auch Hilfe von aussen. Jakob rechnet mit einem Verlust von «6 bis 8 Millionen im Worst Case». Kunden und Fans hätten im Voraus bezahlt. Dieses Geld stünde ihnen zu. «Die Frage ist nun, wieviel sie zurück wollen.»

Mit Krediten kann Jakob wenig anfangen. Denn auf Gewinne seien die Schweizer Eishockey-Klubs nicht ausgerichtet. «Wir budgetieren immer auf eine schwarze Null. Niemand will Geld geben für die Vergangenheit, sondern in die Zukunft investieren.»

Die Lösung mit der Kurzarbeit

À-fonds-perdu-Beiträge des Bundes erachtet Jakob ebenso als wenig realistisch. Er plädiert für eine Lösung mit Kurzarbeitsentschädigungen bei laufendem Spielbetrieb. «Wir dürfen spielen, erhalten aber die Beiträge.» Dies sei fair, da die Beiträge gedeckelt wären (148'000 Franken Jahreslohn markieren die Obergrenze, die Red.).

Es darf durchaus als flammender Appell verstanden werden, wenn Jakob sagt: «Dieser Klub darf nicht verschwinden.» Die Tigers seien der achtgrösste Arbeitgeber im Emmental, das ohnehin schon übermässig vom Finanzausgleich profitiere. 60-70 Vollzeitstellen und ca. 150-200 Teilzeitstellen im Gastrobereich sind gefährdet. Diese gelte es zu erhalten. Schliesslich sei man unverschuldet in die Krise geschlittert.

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Das ganze Gespräch mit Studiogast Peter Jakob
Aus sportpanorama vom 01.11.2020.
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SRF zwei: sportpanorama, 01.11.2020, 18:45 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Carlo Steiner  (champ1)
    Salär-Budgets anpassen während der Pandemie, danach wieder analog Vertrag fortführen, dann passt es!
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  • Kommentar von Philipp Hiese  (PhilseitigTV)
    Auch wenn ich Langnau und auch Peter Jakob schätze, sind diese Aussagen „so eine Sache“ - Auch wenn man eine schwarze Null im Budget hat, kann man ja Reserven für weniger Gute Zeiten bilden... Erst recht wenn man die Situation mit Schulden kennt und es ja so unangenehm ist dem Fan zu sagen das sein Geld für die Amortisation gebraucht wird... „Im Hockey schafft man nicht auf Gewinn“ ist weiter ebenfalls eine etwas komische Aussage...
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  • Kommentar von Peter Friedli  (pausm)
    Eine Wohltat, das Gespräch mit dem SCL-Präsidenten Peter Jakob. Wenn ich die Jakob-Aussagen mit der (Geld-)Fordermentalität der Funktionäre Denis Vaucher (Hockey) und Claudius Schäfer (Fussball) sowie den schnodrigen Stammtisch-Aussagen eines Marc Lüthi (SCB-Präsi/SRF-Club) vergleiche, macht Jakob Mut. Scheinbar gibt es ganz vernünftige Chefs auf Hockeyclub-Ebene. Der Emmentaler stellt (andere Medien) sich auch die Frage: Warum müssen Hockeyspieler mehr verdienen als ein Bundesrat? – Gute Frage.
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