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Zwischenfazit National League Diese 5 Erkenntnisse nehmen wir mit in die Weihnachtspause

Welche National-League-Teams wurden ihren Erwartungen bisher gerecht, welche weniger? Eine Zwischenbilanz.

Gary Sheehan, Chris DiDomenico und Yannick Brüschweiler.
Legende: Unterschiedliche Gefühlslagen Hinter Ajoie-Coach Gary Sheehan liegen schwere Wochen, Freiburg Chris DiDomenico und Rapperswil-Jonas Yannick Brüschweiler haben derweil viel Grund zum Jubeln. Freshfocus

Knapp zwei Drittel der Regular Season wurden bereits absolviert. Genf-Servette hat mit 31 die wenigsten Partien auf dem Konto, die Lakers und Langnau stehen schon bei 35 Spielen. Folgende Erkenntnisse lassen sich nach dreieinhalb Monaten National League ziehen:

Video
Archiv: Das letzte «powerplay» im 2021
Aus powerplay vom 23.12.2021.
abspielen. Laufzeit 37 Minuten 40 Sekunden.

1. Ajoie ist (noch) nicht konkurrenzfähig

Es war nach dem sensationellen Aufstieg zu erwarten, dass die Jurassier im Oberhaus einen schweren Stand haben würden. Die Aufgabe für Ajoie wurde zusätzlich erschwert durch die schwere Knieverletzung von Jonathan Hazen. Der kanadische Stürmer und kongeniale Partner von Philip-Michaël Devos verletzte sich Ende September schwer am Knie und fehlt dem Schlusslicht seither.

In 28 der bisher 34 Partien von Ajoie musste das Team von Trainer Gary Sheehan als Verlierer vom Eis. Unter den Niederlagen finden sich auch heftige Klatschen wie ein 3:9 in Langnau oder erst kürzlich das 2:8 bei den ZSC Lions. In fast der Hälfte der Spiele kassierte der Aufsteiger 5 oder mehr Gegentore. Den letzten Platz wird Ajoie kaum mehr los. Da es auch in dieser Saison keinen Absteiger gibt, können sich die Jurassier aber weiter ohne grossen Druck an die National League gewöhnen.

2. Rapperswil-Jona hört nicht auf zu verblüffen

Wer die Lakers vor dem Saisonstart nach über der Hälfte der Regular Season auf Platz 2 getippt hätte, könnte dieser Tage wohl mit Scheinen um sich werfen. In Rapperswil-Jona ging im Sommer so richtig was. Auf der Trainerposition übernahm Stefan Hedlund das Ruder von Jeff Tomlinson. Der Schwede erschuf am Obersee eine regelrechte Tormaschinerie. Keine andere Mannschaft hat bisher so oft ins Schwarze getroffen wie Rapperswil-Jona (116 Tore).

Video
Archiv: Lakers nehmen Lausanne mit 7:0 auseinander
Aus Sport-Clip vom 20.12.2021.
abspielen. Laufzeit 6 Minuten 41 Sekunden.

Die Lakers haben in dieser Saison nach 35 Spielen bereits mehr Siege auf dem Konto (22) als in den beiden Spielzeiten zuvor nach der kompletten Regular Season (je 18). Der grösste Trumpf von «Rappi» ist das starke Kollektiv, sein Taktgeber Roman Cervenka. Die 31 Assists des Tschechen sind Liga-Bestwert.

3. Zug ist nicht mehr ganz so unwiderstehlich

Ja, der Weg zum Meistertitel führt auch in dieser Saison über Zug. Zumindest, wenn man den Wettquoten Glauben schenkt. Bei den Buchmachern ist der EVZ weiterhin die Nummer 1, auch wenn er in der Liga nach Verlustpunkten aktuell «nur» die Nummer 2 hinter Freiburg ist. Anders als noch 2020/21, als gegen die Zentralschweizer praktisch über die gesamte Saison kein Kraut gewachsen war, hält die Konkurrenz heuer besser dagegen.

Zug hat schon jetzt mehr Niederlagen nach 60 Minuten zu Buche stehen als in der kompletten letzten Regular Season (7). Es ist jedoch davon auszugehen, dass der EVZ gegen Ende der Qualifikation und vor allem im Hinblick auf die Playoffs noch ein paar Schippen drauflegen kann. Sowohl die Import-Spieler als auch Goalie Leonardo Genoni haben Luft nach oben.

Genonis Fangquote über die letzten 4 Saisons

Saison/Phase Fangquote
2018/19, Regular Season 93,3%
2018/19, Playoffs 94,6%
2019/20, Regular Season 91,7%
2020/21, Regular Season 92,5%
2020/21, Playoffs 93,6%
2021/22, Regular Season 92,1%

4. Freiburg meldet Ambitionen an

Nach nur einem Sieg aus den ersten 5 Spielen kamen bereits erste Zweifel über die Qualität von Gottéron auf. Doch Freiburg reihte in der Folge 10 Erfolge (alle nach 60 Minuten) aneinander und sendete damit ein Signal an die Konkurrenz.

Mit Reto Berra weiss Gottéron den statistisch zweitbesten Goalie der Liga in den eigenen Reihen (Abwehrquote: 92,80%). Einzig der Davoser Sandro Aeschlimann weist noch bessere Zahlen auf (93,91%). Das direkte Playoff-Ticket dürfte Freiburg kaum mehr zu nehmen sein. Der Vorsprung auf Platz 7 beträgt 20 Punkte. Doch was geschieht dann? Seit 2014 konnte Freiburg keine Playoff-Serie gewinnen.

Gottérons Abschneiden seit 2014

Saison Resultat
2013/14 Playoff-Halbfinal
2014/15 Platzierungsrunde
2015/16 Playoff-Viertelfinal
2016/17 Playout-Final
2017/18 Playoff-Viertelfinal
2018/19 Platzierungsrunde
2019/20 Keine Playoffs wegen Corona
2020/21 Playoff-Viertelfinal

5. Corona erneut als unberechenbarer Gegner

Je näher die Weihnachten rückten, desto häufiger wurde auch das Coronavirus wieder zum Thema. Ambri und Genf mussten in Quarantäne, was erste Spielverschiebungen nach sich zog. Noch halten sich die durch Covid verursachten Widrigkeiten für den Meisterschaftsbetrieb in Grenzen. Die Herausforderungen dürften aber in den kommenden Wochen und Monaten nicht kleiner werden.

Geplant ist eine Regular Season über 58 Runden (je 52 Spiele pro Team) mit Ende am 14. März. Bereits 4 Tage später sollen die Pre-Playoffs beginnen (Best-of-3), ehe am 25. März der Startschuss zu den regulären Playoffs vorgesehen ist.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Lars Koller  (Lasse)
    Die grösste Überraschung sind bisher die Rapperswiler, die mit dem Kollektiv unglaublich viel rausholen. Kein anderes Team ist was die Skorerwerte angeht so breit aufgestellt wie Rappi.
    Das Gegenteil davon ist der ZSC, die alles zusammenkaufen (Weber, Malgin, Azevedo, Andrighetto, Hollenstein, etc), dazu den teuersten Trainer haben und schwer enttäuschen, mit einem Haufen Schönwetterspieler gewinnt man keinen Blumentopf. Fribourg wird im Playoff früh scheitern, dort fehlt die Winnermentalität
  • Kommentar von Charles Grossrieder  (View)
    Nach einundvierzig Jahren in der A, respektive NL, wäre der erste Titel für Freiburg-Gotteron sicher verdient.
    Ich halte ihnen den Daumen.
  • Kommentar von Roman Scharegg  (Lance)
    Nicht zu vergessen der ZSC. Seit dort Grönborg an der Bande steht (und oft mit den Schiris/gegnerischen Trainern streitet), sind sportlich absolut keine Fortschritte zu erkennen. Meist irren die Spieler ohne taktisches Konzept oder Ideen auf dem Eis herum. Auch die Niederlagen gegen Teams aus der unteren Tabellenregion häufen sich. Lernt man daraus ?! Nein, denn oft ist man einfach nur noch ein Punktelieferant ohne Chancen. Grönborg und Sportchef Leuenberger gehören ausgetauscht.
    1. Antwort von Ramon Josi  (ramon.josi)
      In Grönborgs erster Saison war man Qualisieger, dann Meisterschaftsabbruch. In der zweiten Saison scheitert man im Halbfinal, nachdem man mit Lausanne ein Team bezwang, das die Manschaft körperlich einfach fertig machte.
      Schauen wie mal, was am Ende dieser Saison ist, denn ob sie als 1. oder 6. in den Playoffs stehen interessiert dann auch niemanden mehr.
    2. Antwort von Yves Berger  (Yves Berger)
      Sie scheinen nicht viel Ahnung von Eishockey zu haben!!
      Seit Leuenberger beim ZSC ist, ist einiges gegangen
      Dasselbe mit Grönborg. In vier Jahren haben sich die ZSC Lions in fast allen Belangen verbessert
      Beide machen einen super Job. Undeinen Trainer + Sportchef einfach zu feuern, weil man die Tabelle im Winter nicht anführt ist absurd. Dazu kommt das Verletzungspech, was immer nach einem Spiel gegen Lausanne passiert. Siehe letzte Playoffs. Lausannes Ziel waren Verletzungen zu provozieren
    3. Antwort von Yves Berger  (Yves Berger)
      Fortsetzung:
      Dad Hauptziel in den Playoffs letztes Jahr gegen die ZSC Lions unter McTawish war, die gegenerischen Spieler zu verletzen. Er hat diese Mentalität aus der NHL mitgebracht und den Spielern gezeigt und die haben das unter McScorley beibehalten. Siehe Ludovic Waeber.
      Fun Fact: Lausanne ist das einzige Team, welches gegen eine spannende Liga ist und sie sind die Einzigen welche keine Finanzen offen legt. Dieser Verein tut der NL überhaupt nicht gut!!
    4. Antwort von Daniel Hüppin  (Daniel Hüppin)
      @Yves Berger: McSorley (oder wie Sie schreiben McScorley) hat meines Wissens nichts mit dem Lausanne HC zu tun, sondern früher mit dem Genève-Servette HC und jetzt mit dem HC Lugano.
    5. Antwort von Roman Scharegg  (Lance)
      @Yves Berger : Sie meinen also, dsss ich nicht viel Ahnung von Eishockey habe. Gleichzeitig behaupten Sie jedoch, dass McSorley (so übrigens korrekt geschrieben) Coach in Lausanne war. Dass er jedoch nichts mit dem LHC zu tun hatte, sondern in Genf tätig war, scheinen Sie nicht mitbekommen zu haben. Somit erübrigt sich jede weitere, fachliche Unterhaltung hier mit Ihnen. Der Fakt mit dem Glashaus scheint Ihnen auch nicht bekannt zu sein.