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Analyse von NHL-Scout Roost «Am ehesten werden wir Corvi in der NHL sehen»

Welche Silberhelden dürfen von der NHL träumen? Eine Analyse von NHL-Scout Thomas Roost.

Die Schweizer Nationalspieler haben sich an der WM in Dänemark ins Rampenlicht gespielt. Neben Nino Niederreiter und Co. glänzten auch Akteure, die (noch) in der National League engagiert sind.

Langzeit-Beobachtungen als wichtiger Faktor

NHL-Scout Thomas Roost schätzt die Chancen der vielversprechendsten Schweizer auf einen Zweiwegvertrag (gilt auch für die AHL) und für einen Einwegvertrag ein. Er schickt dabei voraus, dass Überraschungen immer möglich sind (da es reiche, wenn ein Team-Verantwortlicher einen Spieler holen wolle). Ein seriöser Scout stütze seine Beobachtungen aber nie nur auf ein paar wenige Spiele.

Leonardo Genoni (30)
Zweiwegvertrag: 50% (Roost: «Den würde er aus finanziellen Gründen aber wohl nicht annehmen.»
Einwegvertrag: 20% (Roost: «Dann würde er sicher gehen, auch wenn er nur das Mindest-Salär erhält.»)

Gegen ihn spricht das Alter. Zudem muss man das Goalie-Spiel auf kleinen Eisfeldern vor allem im Winkelspiel etwas anpassen. Er entspricht aufgrund seiner Körpergrösse auch nicht dem modernen NHL-Goalie. Die meisten NHL-Goalies sind heute um die 1.90m gross und trotzdem schnell und beweglich.
Thomas Roost

Thomas Roost

NHL-Scout

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Thomas Roost ist seit über 20 Jahren NHL-Scout und beurteilt für die Europa-Abteilung des Central Scouting Bureaus (CSB) der NHL talentierte Spieler in der Schweiz und Deutschland. Zudem arbeitet der 57-Jährige im Teilmandat als Scout für den EHC Biel.

Michael Fora (22)
Zweiwegvertrag: 30%
Einwegvertrag: 0% (Roost: «Er muss noch geschliffen werden.»)

Aus meiner Sicht ist er noch nicht reif für die NHL. Er ist noch zu ungeschliffen, es fehlt noch etwas an Mobilität und an Handskills. Ich kenne aber einzelne Stimmen aus NHL-Kreisen, die ihn recht hoch einstufen. Er hat definitiv lange Hebel und spielt meistens recht smart und solid.

Ramon Untersander (27)
Zweiwegvertrag: 30%
Einwegvertrag: 20%

Für ihn spricht, dass er ein Offensivverteidiger ist. Er kommt deshalb ansatzweise einem modernen Zweiweg-NHL-Verteidiger nahe, der alles kann und vor allem auch nach vorne Optionen kreiert.

Enzo Corvi (25)
Zweiwegvertrag: 50%
Einwegvertrag: 25%

Ich empfehle ihn zum Try-Out, wenn ich von NHL-Teams gefragt werde. Vielleicht wechselt er nicht diesen Sommer, aber seine Karten haben sich sicherlich am meisten verbessert. Die WM war seine Coming-Out-Party. Super Skills, super attraktiv.

Tristan Scherwey (27)
Zweiwegvertrag: 20%
Einwegvertrag: 10%

Ich habe ihn noch nie so gut gesehen, er hat fast über seinen Verhältnissen gespielt. Aber ob es reicht? Er ist eher ein Leichtgewicht und filigraner Energiespieler, der Temperament reinbringt. In der NHL hat es zwar für kleinere Spieler neu wieder mehr Platz, aber dann müssen sie offensiv noch etwas mehr Skills haben und etwas produktiver sein als Scherwey.

Grégory Hofmann (25)
Zweiwegvertrag: 50%
Einwegvertrag: 10%

Er ist ja gedraftet. Er wird sicher früher oder später vor Ort getestet werden. Er hat vermutlich noch nicht ganz das erforderlich ausgereifte Spiel für einen Einwegvertrag. Aber als NHL-Verantwortlicher würde ich ihm einen Zweiwegvertrag anbieten.

Gaëtan Haas (26)
Zweiwegvertrag: 50%
Einwegvertrag: 10%

Er wird wohl früher oder später auch in einem Try-Out getestet werden. Ich sehe ihn ähnlich wie Hofmann.

Warum hat sich Vermin in der NHL nicht durchgesetzt?

Hören Sie im Audio unten, was Roost zur Personalie Joël Vermin sagt. Bei Tampa Bay konnte sich der 26-Jährige nicht durchsetzen. «Es fehlt sehr wenig, aber er ist nicht gut genug, um wie Niederreiter, Josi oder jetzt schon Hischier eine tragende Rolle zu spielen.»

Sendebezug: SRF zwei, 20.05.2018, 19:30 Uhr

4 Kommentare

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  • Kommentar von Frédéric-Marc Fluehmann (Frédéric-Marc Fluehmann)
    Es ist noch nicht lange her (Olympia), da haben einige "Experten" unsere Spieler und die Liga (NL) kritisiert. Genf-Servette gewann den Spengler-Cup als zum Zeitpunkt 8. der Meisterschaft. Fribourg-Gottéron war nicht unweit von diesem Platz entfernt im Halbfinale der CL. Die WM in Dänemark hat gezeigt, dass das alles kein Zufall ist! Von wegen schlechte Liga. Nicht einmal Deutschland schafft es eine dermassen ausgeglichene Liga zu führen.
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    1. Antwort von Severin Mori (Severin Mori)
      Man darf einfach nicht vergessen das solche Exploits "nu" mit unseren NHL Boys möglich sind! Bei den Olympischen Spielen bei denen nur "NLA" Spieler zum Zug kammen, wurden uns die grenzen unserer Liga mal wieder ganz klar aufgezeigt! Und es ist einfach Fakt, das wenn ein Spieler wie Roman Josi zum Team stösst, das Level direkt um einiges höher ist. Er bringt das Talent mit das eine Mannschaft mit Ihm im kollektiv besser Auftritt! Das sind halt dann die "Superstars"
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    2. Antwort von Stefan von Känel (Trottel der feinen Gesellschaft)
      Die NL-Spieler haben toll gespielt. Man darf aber nicht vergessen, dass praktisch 2 NHL-Linien aufgestellt werden konnten. Somit konnte das halbe Team mit den talentiertesten NL-Spielern aufgestockt werden. Wenn die CH-Liga hingegen das komplette Nati-Team stellen muss, reicht die Klasse international nicht, um etwas bewegen zu können (vgl. Olympia). Die Jungs aus der NHL sind Gold wert.
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    3. Antwort von Martin Gebauer (Gebi)
      Aus meiner Sicht ist das in erster Linie eine Frage der Intensität. In der Qualiphase sehen wir zu viel Durchschnittshockey. Es wird zu wenig hart, zu langsam und zu wenig konsequent gespielt. Zudem hat Fischer vor Olympia den Fehler begangen die Intensität aus den Trainings zu nehmen, in der irrigen Annahme, die Spieler seihen dann ausgeruhter. Er hat seinen Fehler eingesehen. An der WM haben wir Playoffhockey gesehen. Alle konnten sich von Spiel zu Spiel steigern. So muss es sein!
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