Als erster Spieler aus der NHL stiess Pius Suter von den St. Louis Blues zum Schweizer Team, das am Donnerstag im Rahmen der Euro Hockey Tour in Jönköping auf Schweden trifft. Am Samstag und Sonntag warten in Ceske Budejovice dann noch Finnland respektive Gastgeber Tschechien.
Mindestens 5 weitere NHL-Stars dürften in der nächsten Woche dazukommen. «Es geht darum, was das Beste für die Mannschaft ist, dass die Jungs nach einer langen Saison mental frisch sind und an der WM ihre Leistung abrufen können», sagt Jan Cadieux zu seinem ersten Auswahlprozess als Nati-Headcoach.
Lange im Negativstrudel
Suter war am letzten Donnerstag aus Nordamerika in die Schweiz zurückgekehrt. Der 29-jährige Zürcher erlebte mit den Blues eine enttäuschende Saison. Zwar lag St. Louis am Ende bloss 4 Punkte hinter dem letzten Wildcard-Platz der Western Conference, «es sah jedoch knapper aus, als es vom Gefühl her war», betont Suter.
Die Mannschaft fand zu spät in die Spur. Vor der Olympia-Pause waren die Blues das zweitschlechteste Team der Liga, ehe sie in 20 der letzten 25 Partien punkteten und 17 Mal gewannen. «Wir hatten einen holprigen Start und fanden auch wegen Verletzungen bis zur Pause nicht mehr aus diesem Negativstrudel heraus», sagt Suter.
Der Zweiweg-Center erhielt von den Stürmern der Blues mit 15:53 Minuten im Schnitt die sechstmeiste Eiszeit. Nur 3 Spieler aus dem Team hatten eine bessere Plus-Minus-Bilanz als Suter (+13), der in 64 Partien 13 Tore und 16 Assists erzielte. «Defensiv war es okay. Offensiv hätte ich wie die gesamte Mannschaft mehr beitragen können. Wir haben unser Ziel nicht erreicht, dann kannst du nicht zufrieden sein», bilanziert Suter.
Causa Fischer quasi abgeschlossen
Nun gilt sein ganzer Fokus aber dem Nationalteam. Auf die turbulenten Tage nach der Affäre um Patrick Fischer, der vor gut 2 Wochen als Nationaltrainer abgesetzt wurde, wollte Suter nicht mehr gross eingehen. «Es waren für alle intensive Tage. Wir haben uns untereinander ausgetauscht. Wir wollen uns nun auf die WM fokussieren. Man merkt, dass das Thema für uns grundsätzlich abgeschlossen ist.»
Wir geben alles für den grossen Coup.
Für Suter ist die Heim-WM insofern noch spezieller, als er lange in Zürich bei den ZSC Lions gespielt hat und im Sommer nach wie vor in der Nähe der Arena wohnt. «Wir spielen zu Hause, wollen den Fans etwas zeigen und eine Euphorie entfachen. Von daher braucht niemand eine Extra-Motivation», erklärt Suter.
Für den NHL-Star ist es die 3. Weltmeisterschaft nach 2017 und 2022 – er war also bei keiner der 3 Silbermedaillen in den letzten 8 Jahren dabei. Das Verpasste möchte Suter nun nachholen und damit die Enttäuschung an den Olympischen Winterspielen, als im Viertelfinal gegen Finnland (2:3 n.V.) eine 2:0-Führung aus der Hand gegeben wurde, vergessen machen. «Wir geben alles für den grossen Coup», verspricht Suter.