Die Sensation ist perfekt: Der ZSC scheitert am SCB

Qualifikationssieger ZSC Lions ist in der 1. Playoff-Runde sang- und klanglos ausgeschieden. Die Zürcher unterlagen Bern auch im 4. Vergleich und sorgten damit für ein Novum der unrühmlichen Art.

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Bern gewinnt auch das 4. Spiel

2:49 min, vom 10.3.2016

Das gab es seit der Einführung der Playoffs 1985/86 noch nie: Der Sieger der Qualifikation bleibt in der 1. Runde ohne einen einzigen Sieg auf der Strecke. Das Out der ZSC Lions kommt einer Sensation gleich – auch wenn der Gegner SC Bern einen grossen Namen trägt.

31 Punkte trennten die beiden Teams in der Qualifikation. Die Berner schafften den Einzug in die Playoffs erst auf den letzten Drücker.

Ebbett am Ursprung des Sieges

Der Triumph der Berner ist nicht unverdient. Hätten die ersten 3 Partien auch gut und gerne auf die Seite des ZSC kippen können, zogen die «Mutzen» dem hochdotierten Gegner in Spiel 4 schon früh den Zahn. Bereits in der 3. Minute stocherte Andrew Ebbett, Berns Matchwinner am Dienstag, nach einem Abpraller bei Lukas Flüeler vehement und erfolgreich nach. Das 1:0 gab dem SCB die nötige Sicherheit und verunsicherte die Limmatstädter zusätzlich.

Die weiteren Tore schossen Alain Berger nach einem Scheibenverlust von Robert Nilsson (29.) und im Schlussdrittel Thomas Rüfenacht im Powerplay (48.).

Stepanek unüberwindbar

Bern spielte ein einfaches Eishockey, aber dieses fast perfekt. Und kamen die Zürcher doch einmal zu Torchancen, war Jakub Stepanek zur Stelle. Der Berner Goalie, in der Qualifikation noch oft ein Schwachpunkt, steigerte sich von Partie zu Partie und war im 4. Spiel schlicht unüberwindbar. Auf dieser Position hatten die Berner in dieser Serie klare Vorteile.

Matthews' vierfache Chance

0:26 min, vom 10.3.2016

Dernière von Matthews – und Crawford?

Die Begegnung war zugleich der letzte Auftritt in der Schweiz des 18-jährigen Supertalents Auston Matthews. Dem Amerikaner war wie schon in den letzten 6 Partien ein Tor vergönnt. In der 27. Minute scheiterte er viermal innert 3 Sekunden an Stepanek. Trotzdem war er die Hauptattraktion der NLA und kam auf einen Schnitt von einem Punkt pro Spiel.

Auch die Wege von Trainer Marc Crawford und dem ZSC werden sich aller Voraussicht nach trennen. Dem Kanadier war es nicht gelungen, seinem Team die richtige Taktik für das Duell gegen Bern mit auf den Weg zu geben. Zuletzt war er immer stärkerer Kritik ausgesetzt. Umgekehrt sieht die Sache bei seinem Antipoden Lars Leuenberger aus: In der Qualifikation musste er zahlreiche Niederlagen erklären, nun erreichte er mit seinem Team auf schnellstmöglichem Weg die Halbfinals, wo der Gegner Davos heissen wird.

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Die 3 Tore bei SCB - ZSC

1:41 min, vom 10.3.2016

Sendebezug: SRF info, sportlive, 10.3.16, 20:00 Uhr