«Irgendeinisch fingt ds Glück eim»

Lino Martschini und Reto Suri haben mit ihren Toren dem EV Zug in der Finalserie gegen Bern wieder Leben eingehaucht. Ausgerechnet die beiden, ist man geneigt zu sagen.

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Reto Suri: «Das ist ein Riesen-Gefühl»

1:08 min, vom 11.4.2017

Der Eine hatte 15 Spiele lang nicht mehr getroffen – trägt aber den Goldhelm. Der Andere brachte es in der ganzen Qualifikation gerade einmal auf 4 Tore – in 45 Partien.

Und nun waren es ausgerechnet Lino Martschini und Reto Suri, die am Dienstagabend in Bern mit ihren Toren eine Begegnung drehten, in der der SCB mehrfach die Vorentscheidung verpasst hatte. Gleichzeitig brachten die beiden Stürmer die Spannung in die Finalserie zurück.

Martschini gleicht aus

0:54 min, vom 12.4.2017

58 Mal probiert, 58 Mal ist nichts passiert

Am Ursprung der Zuger Wende stand Martschini. Der Topskorer hatte in der Qualifikation brilliert (23 Treffer und 26 Assists in 50 Spielen), in den Playoffs aber trotz grossem Aufwand nicht mehr reüssiert. 58 Mal feuerte er einen Puck Richtung Tor, den Weg ins Netz fand keiner.

Erst im 59. Anlauf war Martschini Glück beschert. Dass sein «Flatter-Puck» eigentlich eine sichere Beute von SCB-Goalie Leonardo Genoni hätte werden sollen, dürfte weder Martschini noch den EVZ interessieren.

«  Am Schluss geht es aber nur ums Kollektiv. »

Reto Suri

Suri spielte bislang eine ungewohnt unproduktive Saison. Traf er im Vorjahr in der Quali noch 18 Mal ins Schwarze, waren es 2016/17 gerade einmal noch 4 Treffer. Seine Rolle mag heuer etwas defensiver sein und er kommt viel im Boxplay zum Einsatz: Dennoch darf von einem Nationalspieler mehr erwartet werden.

Suri trifft zum Sieg

0:28 min, vom 11.4.2017

Nun aber der Game-Winner gegen Bern mit einem gekonnten Ablenker. Und dies nachdem Suri nur Minuten zuvor bei einer von Martschini aufgelegten Grosschance nur den Pfosten getroffen hatte. Als «Riesen-Gefühl» beschrieb der 28-Jährige sein Tor in der Overtime.

Züri West prophezeite es

Seinen Treffer wollte Suri aber trotzdem nicht überbewerten: «Es ist zwar schön, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Am Schluss geht es aber nur ums Kollektiv.»

Dennoch ist es bemerkenswert, dass ausgerechnet die beiden Sorgenkinder Suri und Martschini wie aus dem Nichts den Zuger Turnaround ermöglichten. Oder wie es die Berner Mundart-Band Züri West sagen würde: «Irgendeinisch fingt ds Glück eim».

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 11.04.2017, 20:00 Uhr