Kane: «...dann hab ich Biel mal gegoogelt»

Patrick Kane ist ein Superstar in der NHL. Nun hat es den 23-jährigen Stürmer der Chicago Blackhawks und ehemaligen Nummer-1-Draft während des Lockouts zum EHC Biel verschlagen. Im Interview erzählt Kane, wie es zum Wechsel ins Seeland kam und wieso er seine Mutter gleich mitbrachte.

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Bildlegende: Patrick Kane - urplötzlich ein «Bieler». EQ

Patrick Kane, am Dienstagabend bestritten Sie Ihr erstes NLA-Spiel gegen Zug. Welchen Eindruck hat die Liga bei Ihnen hinterlassen?

Kane: Ich habe mich vor allem darüber gefreut, endlich wieder einmal Eishockey zu spielen, da ich seit rund 6 Monaten keine Partie mehr bestritten habe. Das Tempo war sehr hoch und da war auf beiden Seiten viel Können vorhanden.

Mit einem Tor und einem Assist haben Sie bereits Ihre Visitenkarte abgegeben. Es schien Ihnen nicht schwer gefallen zu sein, sich anzugewöhnen.

Na ja, es war ok, aber ich kann das noch besser. Wenn mich das Team erst mal kennenlernt und ich weiss, wie sich die Jungs auf dem Eis bewegen, dann liegt da noch viel mehr drin. Ich freue mich auf das erste Heimspiel am Freitag und werde bis dann wohl auch meinen Jetlag überwunden haben.

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1 Tor und 1 Assist: Kanes Einstand gegen Zug.

0:42 min, vom 1.11.2012

NHL-Spieler, die in die Schweiz kommen, sind immer wieder von der Stimmung in den Stadien beeindruckt. Wie haben Sie die Atmosphäre in Zug erlebt?

Es ist ganz anders als in der NHL. Es gibt diese Fangesänge und das Heimteam wird konstant angefeuert. Auch die Rituale vor und nach dem Spiel sind neu für mich. Ich finde das ziemlich cool. Es ist eine tolle Erfahrung und ich bin gespannt, wie es am Freitag in Biel sein wird.

« Biel hat am meisten Interesse gezeigt »

Wie ist es überhaupt dazu gekommen, dass Sie jetzt für den EHC Biel auflaufen? Es soll ja auch Angebote aus Schweden gegeben haben.

Ja, es gab Gespräche mit Teams aus Schweden, der Schweiz und auch Russland. Aber Biel hat am meisten Interesse gezeigt, mich zu holen und für mich war Biel eigentlich auch immer erste Wahl. Als ich dann hörte, wie wohl sich ein Spieler wie Tyler Seguin da fühlt, wollte ich auch nach Biel.

Können Sie uns sagen, welche Teams sonst noch Interesse an Ihnen bekundet haben?

Ich glaube, das muss ich für mich behalten.

Sie haben sich relativ lange Zeit gelassen, bis Sie sich zu einem Wechsel entschieden haben. Wieso?

Es gab eine Zeit, da sah es so aus, als könnte der Lockout bald vorbei sein. Also  wartete ich noch ein bisschen ab. Zudem hatte ich noch einige Verpflichtungen in Chicago, wie zum Beispiel ein Wohltätigkeits-Spiel. Als dann aber klar war, dass es in Nordamerika nicht vorwärts geht, wollte ich so schnell wie möglich in die Schweiz fliegen.

Haben Sie eigentlich vor der ersten Kontaktaufnahme schon einmal von der Stadt Biel oder dem EHCB gehört?

Nicht wirklich (lacht). Als ich kontaktiert wurde, habe ich Biel mal gegoogelt, mir Bilder von der Stadt angesehen und nach Informationen gesucht.

« Meine Mutter findet es hier ziemlich cool »

Wussten Sie, dass Chris Chelios, ebenfalls ein Blackhawk zu dieser Zeit, während des Lockouts Mitte der 90er-Jahre auch für Biel gespielt hat?

Ja, das war wohl das Erste, das ich hörte, als ich hierher kam. Aber er soll ja nicht allzu viele Spiele für Biel absolviert haben (3 Partien, Anm. d. Red.) .

Sie brachten Ihre Mutter mit nach Biel. Wie gefällt es ihr in der Schweiz?

Es gefällt ihr sehr gut. Für sie ist es wie für mich eine komplett neue und spannende Erfahrung. Sie kam zum Auswärtsspiel in Zug und fand es ziemlich cool, wie hier in der Schweiz alles abläuft. Nun freut sie sich auf das Heimspiel gegen Genf und wird dort sicher noch mehr Spass haben. Es ist toll, sie hier dabei zu haben. Sie hilft mir, mich anzupassen und mich wohl zu fühlen.