Rathgeb: «Keiner will noch ein weiteres Spiel verlieren»

Fribourg-Gottéron befindet sich in einer Negativspirale. Von den letzten 11 Spielen gingen 10 verloren. Einer, der trotzdem positiv von sich reden macht, ist Yannick Rathgeb. Der junge Verteidiger verrät, was es braucht, um zum Erfolg zurück zu finden.

Video «Eishockey: Die 6 Saisontreffer von Yannick Rathgeb» abspielen

Die 6 Saisontreffer von Yannick Rathgeb

0:31 min, vom 21.12.2015

Yannick Rathgeb, Freiburg hat 10 der letzten 11 Spiele verloren. Wieviele Punkte müssen in der Doppelrunde her, damit Sie mit guter Laune in die Weihnachtspause gehen?

Yannick Rathgeb: Selbstverständlich 6 Punkte. Es will keiner bei uns noch ein weiteres Spiel verlieren. Uns kommen die Gegner Bern und Genf gelegen. Das sind immer emotionale Partien. Solche brauchen wir jetzt, um mit voller Energie in die Spiele zu gehen.

Wenn man Ihnen nach dem starken Saisonstart prophezeit hätte, dass Freiburg - Bern am 22.12. ein Duell knapp oberhalb des Strichs und kein Spitzenkampf sein würde, was hätten Sie geantwortet?

Es hätte mich bestimmt überrascht, dass Bern so weit unten ist. Wir hatten einen überraschend guten Saisonstart, doch dann kamen viele Verletzungen. Dem SCB erging es ganz ähnlich, deshalb befinden wir uns in dieser Situation.

Ein Grund für den Einbruch ist die mangelnde Torgefährlichkeit. Kein Team schoss so wenig auf das gegnerische Tor wie Freiburg…

Das ist so. Anfangs Saison gingen diese wenigen Abschlüsse oft rein, jetzt leider nicht mehr. Wir legen den Fokus in den intensiven Trainings deshalb vor allem auf den Abschluss. Wir müssen die Scheibe auf das Tor bringen, statt nochmals einen Pass zu spielen. Dann werden wir auch wieder mehr Tore erzielen.

«  Habe Alexandre Picard viel zu verdanken. »

Yannick Rathgeb

Harte Trainings, konsequent die Abschlüsse suchen. Können Sie hier von den Erfahrungen, die Sie in Nordamerika mit Plymouth (OHL) gemacht haben, profitieren?

Wir hatten in der letzten Saison eine ähnliche Situation mit einigen Verletzten. Die Trainings werden dadurch härter und laufintensiver. Trotzdem musst du für das Spiel fit sein. Das ist nicht einfach und von diesen Erfahrungen kann ich jetzt tatsächlich zehren. Es gilt, die Ruhe zu bewahren, die kleinen Dinge richtig zu machen.

Zusatzinhalt überspringen

Zur Person

  • Alter: 20
  • Position: Verteidiger
  • Grösse/Gewicht: 185cm/91kg
  • Trikotnummer: 27
  • Bisherige Klubs: Bis 2013 Langenthal/SCL Tigers (Jugend), 2013-2015 Plymouth Whalers (Michigan/Ontario Hockey League (OHL)), seit 2015 Fribourg-Gottéron
  • NLA-Debüt: 11.09.15 (gegen Davos)
  • Aktuelle Saison: 32 Spiele (6 Tore / 11 Assists)

Sie haben sich im Alter von nur 20 Jahren auf Anhieb als Teamstütze etabliert. Wie zufrieden sind Sie mit ihrer persönlichen Leistung?

Grundsätzlich bin ich zufrieden. Ich hatte viel Eiszeit und kam auch im Powerplay zum Zug. So konnte ich viel Selbstvertrauen tanken. Ich bin aber auch ein sehr selbstkritischer Spieler. Verbessern kann ich mich vor allem im Zweikampfverhalten und beim Körpereinsatz. Viel zu verdanken habe ich meinem Verteidiger-Kollegen Alexandre Picard. Mache ich einen Fehler, bügelt er diesen wieder aus. Es ist ein Privileg, an der Seite eines solchen Spielers zu stehen.

Ihnen lief es gut, dem Team in letzter Zeit weniger. Besteht da nicht die Gefahr, dass man sich durch die schlechte Stimmung beeinflussen lässt?

Es gibt keinen Spieler, der nach einem verlorenen Spiel zufrieden ist, weil er persönlich gut gespielt hat. Ich lasse mich aber durch Niederlagen nicht hinunterziehen. Wir haben zuletzt sehr viel verloren, ich habe das aber gar nicht richtig realisiert. Das ist so, weil ich nicht zulange über Niederlagen nachdenke. Ich versuche ganz einfach, meine beste Leistung zu bringen, um das nächste Spiel zu gewinnen.

Sie sind jung, aber trotzdem ein Spieler, der Verantwortung übernimmt im Team. Gilt das auch jetzt in dieser schwierigen Situation?

In der Garderobe halte ich mich momentan zurück. Wir haben genügend erfahrene Spieler und jeder kennt diese Situationen. Wenn etwas gesagt werden muss, haben wir unsere Leader wie Sprunger, Gardner, Rivera. Ich konzentriere mich auf meine Leistung auf dem Eis. Hier will ich mit einer Vorbildfunktion vorangehen: Nicht aufgeben, hart dranbleiben. So versuche ich, meine Leaderrolle wahrzunehmen.

Sendebezug: Laufende Eishockey-Berichterstattung