Schläpfer und die Vision vom Meistertitel mit Biel

Kevin Schläpfer hat es wieder einmal geschafft: Trotz beschränkter finanzieller Möglichkeiten führte er den EHC Biel zum 3. Mal in den letzten 4 Jahren in die Playoffs. Doch geht es nach dem Sissacher, soll dies noch lange nicht das höchste aller Gefühle gewesen sein.

Es ist kein Geheimnis, dass Biel mit einem der kleinsten Budgets in der NLA operiert und umsatzmässig den Schwergewichten der Liga hinterherhinkt. Umso erstaunlicher ist es, dass es Trainer Kevin Schläpfer und Sportchef Martin Steinegger Jahr für Jahr schaffen, eine kompetitive Mannschaft zusammenzustellen.

Vor allem die diesjährige Qualifikation für die Playoffs - die 3. seit dem Wiederaufstieg 2008 - ist als besonderer Effort zu werten. «Beim 1. Mal hiess es, es sei wegen Reto Berra gewesen. Beim 2. Mal war es der Lockout. Nun weiss ich nicht, was sie noch sagen wollen», meinte Schläpfer unmittelbar nach dem Sieg gegen Lausanne am Samstag. Er selber hatte eine Erklärung. «Diesmal war es die Gesamtleistung über die ganze Saison hinweg. Wir hatten nie ein richtiges Loch und sind deshalb auch verdient 8. geworden.»

Schläpfer besichtigt die Baustelle des neuen Bieler Stadions

2:25 min, vom 14.2.2015

Vorfreude auf das neue Stadion

Doch was unterscheidet Biel von anderen Klubs? «Wir haben eine Kultur in Biel entwickelt, die für Leidenschaft, Herz, Biss und Charakter steht. Dinge, die man mit Geld nicht kaufen kann», erklärt Schläpfer sein Erfolgsrezept im «sportpanorama». In Biel sei vielleicht nicht das grosse Geld zu verdienen, dafür biete sich vor allem bei jungen Spielern die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln.

Mit dem Umzug ins neue Stadion auf die kommende Saison hin hofft man in Biel zudem, in wirtschaftlicher Hinsicht einen Schritt vorwärts zu machen. Dennoch warnt Schläpfer: «Wir dürfen nicht glauben, dass uns die Euphorie in der neuen Arena von alleine tragen wird.» Er werde persönlich dafür sorgen, dass alle im Umfeld des EHCB mit beiden Beinen auf dem Boden der Realität bleiben.

Erst die ZSC Lions - dann der Meistertitel

Doch die neue Halle veranlasst auch Schläpfer zum Träumen - zumindest in mittelfristiger Hinsicht. «Ich habe eine Vision», sagt der 45-Jährige, «in 5 bis 6 Jahren will ich mit Biel Meister werden».

Die unmittelbare Zukunft heisst aber erst einmal Playoff-Viertelfinals gegen die ZSC Lions. 3 der 4 Vergleiche in dieser Saison haben die Seeländer für sich entscheiden können, was Schläpfer als gutes Omen wertet. Dennoch ist er sich bewusst: «Die Lions haben wohl das grösste spielerische Potenzial der Liga und werden sicher noch ein Brikett nachlegen. Ich bin gespannt, ob uns das auch gelingen wird.»

Sendebezug: SRF zwei, «sportpanorama», 22.02.2015, 18:15 Uhr.

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«Sorry, Gerd!»: Schläpfer nach der geglückten Playoff-Quali

1:48 min, vom 21.2.2015