Steinmann: «Schauen nicht auf das Matchblatt»

Klotens Janick Steinmann hat am Donnerstag den vorentscheidenden Treffer zum 3. Sieg in Serie über Davos beigesteuert. Vor Spiel 6 spricht der Stürmer im Playoff-Talk über die Wende, das vielzitierte Momentum und die Verletztenliste des Gegners.

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Bildlegende: Fokussiert Janick Steinmann vor dem vorentscheidenden 2:1 in Spiel 5. Keystone

Janick Steinmann, am Donnerstag schlugen Sie in der 48. Minute zu und bezwangen Ex-Teamkollege Leonardo Genoni zum vorentscheidenden 2:1. Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie an der blauen Linie an den Puck kamen?

Steinmann: Das ging so schnell, dass mir nicht viel durch den Kopf ging. Ich versuchte, mich freizulaufen und hoffte, dass ich an die Scheibe komme. Ich habe nur geschaut, ob jemand vor mir steht und konzentrierte mich darauf, in den Abschluss zu gehen.

Vor Ihrem Wechsel zu Kloten im Sommer spielten Sie 3 Jahre für die Bündner. Hat es Ihnen geholfen, dass Sie Genoni so gut kennen oder war dies eher ein Hindernis?

Das wurde ich seit dem Tor oft gefragt. Ich habe einfach versucht, mich zweimal seitlich ein wenig zu verschieben, um ihn zum Verschieben zu zwingen. Das hat nichts damit zu tun, dass ich ihn besser kenne. Es war ein gutes Stück Glück dabei.

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TV-Hinweis

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Am Samstag können Sie die Partie Davos - Kloten ab 20:00 Uhr auf SRF zwei oder im Livestream mitverfolgen. Von der Affiche Lausanne - ZSC wird der Livestream von RTS deux zu sehen sein.

War Ihnen bewusst, dass dieses Tor wohl die Entscheidung bedeuten würde?

Ja, das habe ich gedacht. Deshalb ist auch eine riesige Freude ausgebrochen. Ich wusste, dass es für diejenige Mannschaft, die das nächste Tor kassiert, schwierig werden würde, weil sie dann etwas riskieren muss. Davos hat das dann auch getan, worauf wir den 3. Treffer erzielen konnten.

Nach einer knappen und einer klaren Niederlage haben die Flyers den HCD in den Griff gekriegt und 3 Siege in Serie gefeiert. Wie haben Sie das viel zitierte Momentum auf Ihre Seite gezwungen?

Nach der 2. Niederlage waren wir kurz geknickt. Wir mussten uns zusammensetzen, einige Dinge besprechen und neue Energien sammeln. Seither haben wir versucht, defensiv sehr sauber zu spielen und im Boxplay jeden Schuss abzublocken. Wir sagten uns: «Alles oder nichts!» Denn wenn wir das 3. Spiel verloren hätten, wäre es schwierig geworden gegen so eine erfahrene Playoff-Mannschaft wie den HCD. In den Spielen 3 und 4 setzten wir unser Vorhaben gut um und konnten dann am Donnerstag angreifen. Jetzt müssen sich die Davoser etwas einfallen lassen.

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Zur Person

Janick Steinmann lancierte seine Karriere beim EV Zug, ehe er 2010 nach Davos wechselte. Nach 3 Jahren im Bündnerland stiess der 26-jährige Stürmer im Sommer des vergangenen Jahres zu den Kloten Flyers.

Sie kennen HCD-Coach Arno Del Curto bestens. Was für eine Reaktion erwarten Sie von seiner Mannschaft in der heimischen Arena?

Er wird die Jungs richtig heiss machen und sie werden nochmals alles probieren. Auch wenn wir das Momentum auf unserer Seite haben wird es für uns dennoch schwierig, den 4. Sieg einzufahren. Das hat man beim ZSC gegen Lausanne auch gesehen (die Zürcher verloren 1:2, Anm. d. Red.). Vielleicht wird Reto von Arx wieder spielen, ich weiss es nicht. Als ich noch in Davos spielte, ging bei seiner Rückkehr jeweils ein Ruck durch die Mannschaft. Eventuell kehrt auch Andres Ambühl, von dem alle wissen, dass er einer der besten Playoff-Spieler der Schweiz ist, zurück ins Team (beide fehlten zuletzt verletzungsbedingt, Anm. d. Red.). Das sind Dinge, die bei einer Mannschaft wieder positive Energien freisetzen können.

Sie haben die lange Verletztenliste beim HCD angesprochen. Ist das ein Thema innerhalb der Mannschaft?

Wir bei Kloten schauen uns nicht einmal das Matchblatt an. Wir wissen nicht, wie die Linien zusammengestellt sind. Ich finde das richtig, denn es bringt uns nichts, wenn wir wissen, dass beispielsweise Von Arx wieder spielt. Wir haben auch Verletzte, das ist normal in den Playoffs. Wenn Von Arx oder Ambühl wieder spielen, wird es zusätzlich hart. Es ist aber ohnehin immer schwierig, in Davos zu gewinnen.