Der HC Sierre ist erstmals seit 1968 wieder Meister der zweithöchsten Schweizer Eishockey-Liga. Es ist eine Rückkehr zu altem Glanz, die vor wenigen Jahren noch undenkbar schien. Nach dem finanziellen Kollaps 2013 und dem Zwangsabstieg in die Niederungen der 3. Liga kehrte Sierre innert sechs Jahren in die Swiss League zurück.
Nachdem man zuletzt fünfmal hintereinander im Viertelfinal die Segel hatte streichen müssen, zog das Team in diesen Playoffs mit einer beeindruckenden Bilanz von 12:3 Siegen voll durch und setzte einer dominanten Saison die Krone auf. Die Qualifikation hatten die Walliser mit 15 Punkten Vorsprung auf den HC Thurgau abgeschlossen.
McSorley: Ein Name, drei Funktionen
Hinter dem Erfolg von Sierre steht ein Name, der das Schweizer Eishockey seit Jahrzehnten prägt: Chris McSorley. Der 64-jährige Kanadier stieg 2023 beim Klub ein. Zuerst als Miteigentümer, dann als Sportchef und seit dieser Saison auch als Trainer – eine Personalunion, die an seine besten Zeiten erinnert.
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Bild 1 von 3. Baumeister des Erfolgs. Chris McSorley liefert in Sierre ein weiteres Meisterstück ab. Bildquelle: Freshfocus/Pascal Muller.
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Bild 2 von 3. Topskorer durch und durch. Der Kanadier Samuel Asselin lieferte sowohl in der Regular Season (86 Punkte) wie auch in den Playoffs (24 Punkte) gnadenlos ab. Bildquelle: Keystone/Jean-Christophe Bott.
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Bild 3 von 3. Grabenhalle als Partytempel. Die Sierre-Spieler feiern gemeinsam mit ihren Fans. Bildquelle: Freshfocus/Pascal Muller.
Auch bei Genf-Servette hatte McSorley einst eine Dreifach-Funktion inne. Der Kanadier führte die Genfer Anfang der Nullerjahre zum Aufstieg und in der obersten Liga bis an die Spitze. Mit Sierre verfolgt er ähnliche Ziele: Er will den Klub zurück in die National League führen, wo die Walliser zuletzt in der Saison 1990/91 vertreten waren.
Ein ehrgeiziges Stadionprojekt für rund 90 Millionen Franken soll bis 2030 das Fundament für diese Rückkehr legen. Denn eines ist klar: Die altehrwürdige Grabenhalle erfüllt die Anforderungen der National League derzeit nicht. Die dadurch fehlende Aufstiegsberechtigung ist auch der Grund, weshalb die Liga-Qualifikation entfällt.
Dauerschlusslicht Ajoie kommt so zum dritten Mal in fünf Jahren gratis zum Ligaerhalt. Es waren einzig das im Halbfinal ausgeschiedene Visp und Finalverlierer La Chaux-de-Fonds aufstiegsberechtigt.