- Die Schweiz verliert den WM-Final gegen Finnland in Zürich mit 0:1 nach Verlängerung.
- Konsta Helenius beendet den Gold-Traum der Nati in der 11. Minute der Overtime.
- Die Schweizer bleiben auch im dritten WM-Endspiel in Serie ohne eigenen Treffer.
Die Rechnung ist einfach: Ohne Tor kann man kein Spiel gewinnen. Bedauerlicherweise passierte genau dies der Schweiz nun auch im dritten WM-Final in drei Jahren.
Über fünf Treffer im Durchschnitt erzielte der Gastgeber in den neun Partien bis zum Final. Im Endspiel gegen Finnland hätte ein Tor gereicht, um am Ziel der Träume anzukommen und erstmals Weltmeister zu werden. Doch dieser eine Treffer fiel nicht auf Schweizer, sondern auf finnischer Seite.
Youngster Helenius avanciert zum Helden
In der 11. Minute der Verlängerung verschaffte sich Konsta Helenius im Duell mit Ken Jäger Platz und schickte eine ganze Eishockey-Nation mit einem satten Handgelenkschuss ins Tal der Tränen. Leonardo Genoni, der bis dahin makellos agiert hatte, wurde im Moment von Helenius' Schussabgabe die Sicht von Janis Moser genommen.
Mit Helenius avancierte der jüngste Akteur im finnischen WM-Kader zum Matchwinner. Ein Zufall war dies keineswegs, hatte der 20-jährige Stürmer der Buffalo Sabres doch während des ganzen Finals zusammen mit Aleksander Barkov und Mikael Granlund gewirbelt.
Puljujärvi und Riat im Alu-Pech
Wie so oft in einer Verlängerung mit 3-gegen-3 kamen auch im WM-Final beide Teams zu ihren Chancen. Für die Schweiz hätte bereits nach 25 Sekunden Lichterlöschen sein können, doch der Abschluss des Genf-Stürmers Jesse Puljujärvi prallte hinter dem geschlagenen Genoni nur an den Innenpfosten.
Zentimeter fehlten anschliessend auch der Schweiz zum erlösenden Overtime-Treffer. Damien Riat zog in der 4. Minute entschlossen in Richtung Finnland-Gehäuse. Mit einer raschen Bewegung legte er sich die Scheibe von der Backhand auf die Vorhand und zog ab. Via Stock des finnischen Verteidigers Olli Määttä klatschte der Puck an die Latte.
Wenig Chancen in der regulären Spielzeit
In den 60 regulären Minuten hatten sich beide Finalisten schwergetan, gute Torchancen zu kreieren. Die Finnen dominierten das Startdrittel und fanden in der 14. Minute einen Weg an Genoni vorbei. Weil Anton Lundell den Puck aber mit einem hohen Stock über die Linie bugsiert hatte, zählte der vermeintliche finnische Führungstreffer nicht.
In den letzten Sekunden des Startdrittels sowie zu Beginn des Mittelabschnitts konnte die Schweiz während vollen zwei Minuten in doppelter Überzahl agieren. Das Team von Coach Jan Cadieux liess aber die nötige Präzision vermissen und brachte in besagtem Powerplay wenig bis gar nichts zustande. Immerhin kam die Nati in der Folge immer besser in die Partie und liess defensiv nicht mehr viel zu. Offensiv jedoch fehlte – wie bereits in den WM-Finals von Stockholm und Prag – die Durchschlagskraft.
Die Schweizer warten in einem WM-Endspiel nunmehr seit 249 Minuten und 31 Sekunden auf einen Treffer. Das letzte Tor für die Nati in einem WM-Final gelang Timo Meier 2018 in Kopenhagen gegen Schweden.
5. WM-Titel für Finnland
Während im Schweizer Lager maximale Tristesse herrschte, bejubelten die Finnen in der ausverkauften Swiss Life Arena euphorisch ihren fünften Weltmeister-Titel.
Mit dem Finalsieg in Zürich fügte «Suomi» der Nati die zweite herzzerreisende Overtime-Niederlage innert kürzester Zeit zu. Bereits an den Olympischen Spielen in Mailand hatte sich Finnland in der Verlängerung gegen die Schweiz durchgesetzt, damals noch im Viertelfinal.