- Die Schweiz steht an der Heim-WM in Zürich nach einem souveränen 6:0-Sieg gegen Norwegen im Final.
- Die Entscheidung gegen das Überraschungsteam führt die Nati wie so oft an diesem Turnier im Mitteldrittel herbei.
- In ihrem dritten WM-Final in Serie heisst der Gegner der Schweiz am Sonntag um 20:20 Uhr entweder Kanada oder Finnland.
Prag, Stockholm und jetzt auch Zürich: Die Schweiz ist an der WM im dritten Jahr in Folge nur noch einen Sieg vom ganz grossen Traum einer ganzen Eishockey-Nation entfernt: der Goldmedaille. Nach Schweden im Viertelfinal schafften es auch die bisher verblüffenden Norweger im Halbfinal nicht, den Schweizer Höhenflug zu stoppen.
Machtdemonstration im Mitteldrittel
In einer erneut bis auf den letzten Platz gefüllten Swiss Life Arena sorgte das Team von Trainer Jan Cadieux bereits im zweiten Drittel für die Vorentscheidung. Die Schweiz schaltete im Vergleich zum ersten Abschnitt in Sachen Intensität, Präzision und Effizienz zwei Gänge hoch und brachte die Norweger an ihre Grenzen:
- 25. Minute: Christian Marti trennt Stian Solberg in der defensiven Zone von der Scheibe. Calvin Thürkauf reagiert gedankenschnell und kreiert aus dem eigenen Drittel heraus eine 2-gegen-1-Situation. Der Lugano-Akteur legt im perfekten Moment quer auf Denis Malgin, der Henrik Haukeland in der weiten Ecke zum 2:0 bezwingt.
- 33. Minute: Die Schweiz übersteht eine Unterzahl-Situation ohne Probleme und schaltet bei numerischer Gleichzahl gleich wieder auf Angriff. Die Energie-Linie setzt sich in der gegnerischen Zone fest. Auf Zuspiel von Simon Knak bringt Sven Jung den Puck flach in Richtung Tor. Ken Jäger stellt mit einem Ablenker auf 3:0.
- 37. Minute: Die Schweiz kann eine doppelte Überzahl nicht nützen. Gerade als der erste Norweger von der Strafbank zurückkehrt, bedient Roman Josi den heranbrausenden Damien Riat. Der Lausanne-Stürmer lässt Haukeland keine Chance – 4:0.
15. WM-Shutout für Genoni
Den Norwegern, welche in Freiburg unter anderem mit Siegen gegen Schweden und Tschechien begeistert hatten, wollte in ihrem ersten WM-Halbfinal der Geschichte nicht viel gelingen. In der Offensive fehlte die Durchschlagskraft, auch für die bisher so starke erste Sturmformation um Tinus Koblar, Michael Brandsegg-Nygard und Andreas Martinsen gab es kein Durchkommen. Der 15. WM-Shutout von Leonardo Genoni geriet im Schlussdrittel nicht mehr in Gefahr.
Genonis Gegenüber hingegen musste noch ein fünftes und sechstes Mal hinter sich greifen. Nico Hischier sorgte in der 45. Minute im Powerplay für das 5:0, Théo Rochette in der 58. Minute für den 6:0-Schlusspunkt.
Zähe Startphase
Einzig zu Beginn der Partie hatte Norwegen einigermassen mithalten können – auch dank der Zweikampf-Härte. Mit Fortlauf des Startdrittels kam die Nati aber immer besser damit zurecht und erhöhte den Druck.
Es brauchte in der 18. Minute aber eine starke Einzelaktion von Christoph Bertschy, um den Final-Einzug mit dem 1:0 in die Wege zu leiten. Der Gottéron-Akteur schüttelte seinen Gegenspieler hinter dem norwegischen Tor ab und reüssierte mit einem platzierten Handgelenkschuss.
So geht's weiter
Am Sonntagabend ab 20:20 Uhr bietet sich der goldenen Generation der Schweizer Nati somit die nächste Chance auf den WM-Titel. Der Gegner im Final wird zwischen Kanada und Finnland im zweiten Halbfinal am Samstag um 20:00 Uhr ermittelt.