Nicht selten hört man in Interviews mit Profi-Sportlerinnen und -Sportlern die Aussage, dass Details über Sieg oder Niederlage entscheiden. Details, an denen womöglich nicht einmal während, sondern zwischen den Spielen gearbeitet wird.
Auch das Schweizer Eishockey-Nationalteam legt einen grossen Wert darauf, was abseits des Eisfeldes mit den Spielern passiert. Als «Performance Coach» für diesen Bereich verantwortlich ist seit nunmehr drei Jahren Stefan Schwitter.
Verarbeiten der Emotionen
Die übergeordnete Aufgabe des 42-Jährigen ist es, bei den Spielern Körper und Geist in Einklang zu bringen, damit sie am Tag X ihr maximales Potenzial ausschöpfen können, sei das mental oder physisch.
Gerade an spielfreien Tagen sei es wichtig, dass sich die Spieler vom ganzen Stress der Partien befreien. Um dies zu erreichen, setzt Schwitter unter anderem auch Atemübungen ein.
«Gerade an einer Heim-WM sind viele Emotionen im Spiel. Davon runterzukommen und immer wieder die richtige Balance zu finden, das ist die grosse Kunst», erklärt Schwitter. Viele Übungen wie zum Beispiel die Gruppen-Entspannung führen die Schweizer im Team aus. Aufgrund der unterschiedlichen Profile innerhalb der Mannschaft gebe es aber auch individuelle Bedürfnisse.
Regeneration beginnt unmittelbar nach Spiel
Auch unmittelbar nach den Partien sind Schwitters Methoden gefragt: «Es geht in erster Linie darum, sich zwischendurch von der Identität des Eishockeyspielers lösen zu können», meint der ehemalige Profi-Wrestler.
Doch wie genau funktioniert das? «Die Spieler befinden sich alle liegend und mit geschlossenen Augen auf dem Boden, während ich sie stimmlich anleite», versucht Schwitter zu illustrieren. Es sei wichtig, dass die Entspannung möglichst unmittelbar nach der Belastung eingeleitet werde, um eine optimale Regeneration zu ermöglichen.
Feingefühl ist gefragt
So langsam, aber sicher geht es an der Heim-WM in die heisse Phase. Die Arbeit von Schwitter verändert sich dadurch aber nicht bedeutend. «Ich muss nicht das Gefühl haben, noch mehr machen zu müssen. Es geht bei dieser Arbeit darum, sehr gut zu beobachten», so der 42-Jährige.
Den Spielern müsse man nicht erklären, dass nun die entscheidenden Tage und Spiele anstünden: «Jeder weiss das», sagt Schwitter und fügt an: «Nun ist von meiner Seite Feingefühl gefragt. Es wird keine grosse Veränderungen geben, aber eine schärfere Beobachtung.»