Eigentlich hätte die letzte Eishockey-WM auf Schweizer Boden 2020 stattfinden sollen. Doch die Corona-Pandemie machte dem Turnier in Zürich und Lausanne einen Strich durch die Rechnung.
Inzwischen sind 17 Jahre vergangen, seit letztmals WM-Partien auf Schweizer Boden ausgetragen wurden.
Hoffnungsvoller Start ...,
Philippe Furrer gehörte 2009 zum 22-köpfigen Nati-Kader. Der heutige SRF-Experte blickt mit gemischten Gefühlen auf das Heim-Turnier in Bern und Kloten zurück. In guter Erinnerung hat Furrer die Atmosphäre im eigenen Land: «Die Stimmung war ganz speziell. Es war ein riesiges Hockeyfest», erzählt der ehemalige Verteidiger.
Die Schweiz, dazumal in der Weltrangliste auf Position 7, stieg mit dem klaren Ziel Viertelfinal-Quali in das Turnier. Mit zwei knappen Siegen gegen Frankreich (1:0) und Deutschland (3:2 n.V.) gelang der Mannschaft von Trainer Ralph Krueger ein Start nach Mass. Zum Abschluss der Vorrunde verlangte die Schweiz den Russen einiges ab, unterlag jedoch mit 2:4.
... ernüchterndes Ende
Zum Auftakt der Zwischenrunde folgte ein herber Rückschlag. Die Nati verlor das kapitale Duell mit Lettland (Platz 10 in der Weltrangliste) 1:2 n.P. und brachte sich im Kampf um die Viertelfinal-Plätze arg in die Bredouille.
Nach einer 1:4-Niederlage gegen Schweden blieb der Schweiz nur noch ein Ausweg: Zum Abschluss der Zwischenrunde musste gegen die USA ein Sieg nach 60 Minuten her. Diesen verpassten die Schweizer jedoch knapp. Zwar bezwang die Nati die Amerikaner, der 4:3-Siegtreffer durch Roman Wick fiel jedoch erst in der Verlängerung, wenn auch schon nach 13 Sekunden.
Das vorzeitige Aus war Tatsache. «Die Enttäuschung war riesig. Gerade im eigenen Land will man unbedingt bestmöglich performen und die Energie der Fans nutzen. Das ist uns damals leider nicht gelungen», erinnert sich Furrer.
Gestiegene Ansprüche
17 Jahre später ist die Euphorie vor dem Heimturnier ähnlich gross, die Erwartungshaltung aber eine andere. Das Ziel ist nicht mehr «nur» das Erreichen des Viertelfinals, sondern der Gewinn einer WM-Medaille, im Idealfall der goldenen.
«Das zeigt die grosse Entwicklung der Schweizer», meint Furrer zu den gestiegenen Ansprüchen. In Sachen NHL-Spieler befinde sich die heutige Nati im Vergleich zu 2009 in «ganz anderen Sphären».
Und was traut der Heim-WM-Teilnehmer von 2009 der Nati am Heim-Turnier 2026 zu? «Ich wünsche mir den Halbfinal», so Furrer. Und führt aus: «Denn wenn man erstmal den steinigen Weg bis dorthin geschafft hat, ist danach alles möglich, auch Gold.»