Die Schweizer Spieler saugten die Stimmung nach dem überzeugenden Sieg gegen Deutschland förmlich auf. Während die Fans «W. Nuss vo Bümpliz» sangen, drehten Nino Niederreiter und Co. auf dem Eis ihre Runden. «Es ist unglaublich schön, eine einmalige Atmosphäre», beschrieb es der Bündner wenige Minuten später im Interview.
Niederreiter trug mit zwei Assists seinen Teil zum erfolgreichen Schweizer Abend bei. Überbordend euphorisch zeigte sich der Stürmer der Winnipeg Jets aber nicht. Im 1. Drittel habe man zu hektisch und nervös gespielt, befand er. «Die Deutschen haben es clever gemacht. Sie wussten, sie müssen uns zwischen den Pfiffen stören und etwas stacheln», beschrieb er das noch ausgeglichene Startdrittel. «Zum Glück kam dann das erste Tor, das hat dann alles geöffnet.»
Stimmung bei Deutschland im Keller
Roman Josi, der mit einem Tor und zwei Assists zum Man of the Match gewählt wurde, erlebte den Beginn der Partie ähnlich. Ein enges Spiel sei es gewesen im 1. Drittel, Deutschland habe es der Nati nicht einfach gemacht. «Mit der Zeit mussten sie auftun, das kam uns entgegen», so der Verteidiger der Nashville Predators. Das 5:0 nach dem Mitteldrittel sei aber wohl etwas zu hoch gewesen, liess Josi durchblicken.
In eben diesem Mitteldrittel hatte man phasenweise tatsächlich das Gefühl, dass jeder Schuss ein Treffer war. Josi strich aber nicht nur die offensiven Qualitäten der Nati heraus, sondern auch die Defensive. «Das Boxplay war auch super, wir hatten doch einige Strafen heute. Es war extrem wichtig, dass wir dort das Momentum holen können», so der Berner Captain.
In den Reihen der Deutschen dürfte es nach der krachenden Niederlage nicht gerade ruhiger werden. Es sei «sehr frustrierend», sagte Harold Kreis im Interview. Man sei in den ersten 20 Minuten gut unterwegs gewesen. Nach dem ersten Gegentreffer sei es dann «eine Ansammlung von individuellen Fehlern» gewesen, suchte der DEB-Coach nach Erklärungen. Das ausgeglichene Schlussdrittel (1:1), in dem die Deutschen keine Strafen mehr nahmen, sei «ein kleiner Erfolg», so der Deutsch-Kanadier.