- Norwegen gewinnt an der Eishockey-WM dank einem 3:2 n.V. gegen Kanada sensationell Bronze.
- Die Norweger führen dabei lange mit 2:0, ehe die Kanadier in den letzten 76 Sekunden ohne Goalie noch ausgleichen.
- Für die Skandinavier ist es die erste WM-Medaille in der Geschichte.
Beinahe wäre der norwegische Medaillentraum doch noch geplatzt. Die Kanadier, die sich im Spiel um Bronze in Zürich lange sehr blass gezeigt hatten, drehten kurz vor Schluss mit dem Rücken zur Wand plötzlich doch noch auf. Beim Stand von 0:2 wurde Goalie Jet Greaves in der 57. Minute durch einen 6. Feldspieler ersetzt. So konnten die «Ahornblätter» ihre Gegner erstmals richtig einschnüren und drückten auf den Anschluss.
Thomas lässt Kanada hoffen
76 Sekunden vor Ende war es dann soweit. Robert Thomas traf nach einem misslungenen Klärungsversuch der Norweger zum 1:2. Und 7,5 Sekunden vor der Erlösung für Norwegen gelang den Kanadiern tatsächlich noch der Ausgleich. Nachdem die Skandinavier einen Empty-Netter nur haarscharf verpasst hatten, war es erneut der Center der St. Louis Blues, der im Gewühl vor dem Tor am schnellsten reagierte und zum 2:2 einnetzte.
So kam es zur kurz vorher noch für unmöglich gehaltenen Overtime. Bei 3-gegen-3 kamen schnell beide Teams auf Chancen zur Entscheidung, doch nach 3:32 Minuten war es Noah Steen, der die norwegischen Fans jubeln liess. Der 21-jährige Flügel zog bei einer 2-gegen-1-Situation selbst ab und erwischte Greaves in der nahen Ecke.
Historische Medaille
So krönte Norwegen sein sensationelles Turnier tatsächlich mit der 1. WM-Medaille in der Geschichte des Landes. Zuvor war ein 4. Platz von 1951 das Bestergebnis gewesen. Die Kanadier müssen derweil zum 3. Mal in Serie ohne Medaille im Gepäck die Heimreise antreten. Bei den letzten 6 Teilnahmen am Bronze-Spiel mussten sie stets als Verlierer vom Eis.
Vor der späten kanadischen Aufholjagd hatten die Norweger mit je einem Tor in den ersten beiden Dritteln den Grundstein zum Sieg gelegt. In der 7. Minute eröffnete Mathias Pettersen das Skore. Kurz nach Spielhälfte erhöhte der 20-jährige Stian Solberg auf 2:0. Hinten hatte das Team von Petter Thoresen lange alles im Griff – bis zum kanadischen Schlussfurioso.