Man kennt es aus vergangenen WM-Jahren: Zu Beginn des Turniers gleicht das Team USA eher einer Ausflugstruppe als einem Anwärter auf den Titel. Das erst wenige Tage vor WM-Start zusammengebastelte Kader braucht eine gewisse Anlaufzeit, um in die Gänge zu kommen.
In den ersten drei Partien war augenscheinlich, dass die Mechanismen bei den US-Amerikanern (noch) nicht greifen. Die Mannschaft ist zwar mit viel Talent ausgestattet. Ein Leader auf dem Eis, welcher vorangeht und dem Team auch eine gewisse Struktur verleiht, war bisher nicht erkennbar. Das könnte sich jetzt aber ändern.
Grosse WM-Attraktion
Am Dienstag empfingen die Nordamerikaner ihren Superstar in Zürich: Matthew Tkachuk. Schon vor der WM war bekannt, dass der Stürmer der Florida Panthers in Zürich auflaufen wird. Weil Tkachuk jüngst erstmals Vater wurde, stiess er aber erst verspätet zu seinen Teamkollegen.
Tkachuk ist neben dem Finnen Aleksander Barkov und dem Schweizer Roman Josi der wohl schillerndste Name an der WM in Zürich. Aus der Gruppe B in Freiburg gehören einzig noch die beiden Kanadier Sidney Crosby und Macklin Celebrini in diese Liga.
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Bild 1 von 11. Macklin Celebrini, Kanada. Der Shootingstar der San Jose Sharks wird nach seinem begeisternden Auftritt an den Olympischen Spielen auch in der Schweiz auflaufen – und dies gar als Captain. Mit den «Ahornblättern» will der 19-Jährige versuchen, mit Kanada in diesem Jahr doch noch einen Titel zu feiern. Bildquelle: Imago Images/ZUMA Press Wire/F. Carabelli.
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Bild 2 von 11. Aleksander Barkov, Finnland. Aufgrund eines Kreuzbandrisses bestritt der Captain der Florida Panthers heuer kein NHL-Spiel. Für Finnland wird der Center also sein Saisondebüt geben. Als zweifacher Stanley-Cup-Sieger ist der 30-Jährige einer der namhaftesten Verstärkungsspieler an der WM. Bildquelle: Keystone/AP Photo/Lynne Sladky.
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Bild 3 von 11. Sidney Crosby, Kanada. Drei Tage vor dem WM-Start vermeldeten die Kanadier die Teilnahme von Sidney Crosby. Mit 38 Jahren bestreitet der Penguins-Superstar seine 4. Endrunde nach 2006, 2015 und 2025. Bereits im Februar war Crosby Teil der kanadischen Silber-Equipe bei Olympia. Bildquelle: Keystone/PETR DAVID JOSEK.
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Bild 4 von 11. Matthew Tkachuk, USA. Der Flügelstürmer der Florida Panthers wird in der Schweiz seine ersten WM-Partien überhaupt bestreiten. Der zweifache Stanley-Cup-Champion und Olympiasieger von 2026 könnte mit einem WM-Titel in den «Triple Gold Club» aufsteigen – als erst 31. Spieler. Bildquelle: Imago Images/Daniel Lea.
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Bild 5 von 11. Evan Bouchard, Kanada. Kein anderer Verteidiger war in der abgelaufenen Regular Season der NHL offensiv produktiver als der 26-Jährige. Bouchard buchte in 82 Partien 95 (!) Skorerpunkte (21 Tore). Der Edmonton-Akteur ist besonders auch im Powerplay brandgefährlich. Defensiv ist Bouchard nicht immer über alle Zweifel erhaben. Bildquelle: Reuters/Sergei Belski.
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Bild 6 von 11. Moritz Seider, Deutschland. Nach dem Verpassen der Playoffs mit Detroit und den Absagen der Offensivstars Leon Draisaitl und Tim Stützle wird Moritz Seider die deutsche Equipe an der WM anführen. Der 25-Jährige gilt als einer der begabtesten Verteidiger der NHL. In dieser Saison bestritt er sämtliche 82 Spiele und kam dabei auf 60 Punkte. Bildquelle: Imago Images/Laci Perenyi.
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Bild 7 von 11. John Tavares, Kanada. Mit dem 35-Jährigen kommt einer der erfahrensten NHL-Spieler nach Freiburg. 1266 Spiele hat Tavares in der besten Liga der Welt schon bestritten, dabei punktete er 1185 Mal. Bildquelle: Imago Images/Branislav Racko.
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Bild 8 von 11. Lucas Raymond, Schweden. Wie schon in den vergangenen 3 Jahren verstärkt NHL-Superstar Lucas Raymond die «Tre Kronor» bei der WM. Der 24-jährige Flügel der Detroit Red Wings war bei den Olympischen Winterspielen in Mailand Topskorer seines Teams mit 9 Punkten in 5 Spielen. Bildquelle: Alex Gottschalk/DeFodi Images.
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Bild 9 von 11. Oliver Ekman-Larsson, Schweden. Der 34-Jährige führt ein schwedisches Team an, das seit 2018 auf den 12. WM-Titel wartet. Der Verteidiger der Toronto Maple Leafs hat in seiner Karriere bereits 1137 Spiele in der NHL absolviert. Bildquelle: Imago Images/Bildbyran/E. Wallskog.
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Bild 10 von 11. Mark Scheifele, Kanada. Mit Mark Scheifele wird einer der fleissigsten NHL-Punktesammler an der WM spielen. 67 Tore und 36 Assists erzielte der Winnipeg-Stürmer in 82 Spielen. Für Olympia wurde er nicht berücksichtigt, nun will er sich in der Schweiz beweisen. Bildquelle: Imago Images/ZUMA Press Wire/Alex Cave.
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Bild 11 von 11. Roman Cervenka, Tschechien. Der Captain ist auch mit 40 Jahren noch voll im Saft. In der tschechischen Liga wurde der Pardubice-Stürmer zum Spieler der Saison gewählt. Kommt er an der WM fünfmal zum Zug, wäre er mit 110 Partien die alleinige Nummer 3 in Sachen WM-Einsätze. Bildquelle: imago images/CTK Photo.
Tkachuk verpasste einen Grossteil der abgelaufenen NHL-Saison aufgrund einer Verletzung in der Hüft-/Leistengegend. Der 28-Jährige meldete sich erst Mitte Januar zurück, konnte den Panthers aber nicht mehr zur Playoff-Quali verhelfen. Dennoch war sein Comeback erfolgreich: Im Februar war Tkachuk eine der tragenden Säulen beim grossen US-Triumph an den Olympischen Spielen in Mailand.
Triple Gold Club winkt
Für viele NHL-Insider kam die Zusage von Tkachuk überraschend, zumal er zuvor noch nie an einer A-Weltmeisterschaft teilgenommen hat. Eine Motivation für den zweifachen Stanley-Cup-Champion dürfte mit Sicherheit die Aussicht auf die Aufnahme in den Triple Gold Club sein, als erst 31. Spieler überhaupt. Dazu fehlt ihm «nur» noch der WM-Titel.
Damit das geschieht, müssen sich die USA im Vergleich zum bisherigen Turnierverlauf aber markant steigern, einzig die Präsenz von Tkachuk wird kaum ausreichen. Abschreiben sollte man die Amerikaner jedoch gewiss nicht. Vor einem Jahr brillierten sie in der Gruppenphase in Herning ebenfalls nicht, dafür umso mehr, als es dann ums Eingemachte ging. Das Ende in Stockholm dürfte wohl jedem Schweizer Eishockey-Fan noch bekannt sein.
WM-Premiere schon am Mittwochabend?
Nach zwei Niederlagen aus den ersten drei Partien lastet vor dem vierten Spiel der USA am Mittwochabend doch ein gewisser Druck auf dem Titelverteidiger. Noch ist nicht bestätigt, ob Tkachuk einen Tag nach seiner Ankunft aus Übersee bereits gegen Deutschland zum Einsatz kommen wird. Das Publikum, zumindest das neutrale, hätte sicherlich nichts dagegen.
Noch etwas grösser ist der Druck vor dem Direktduell auf die Deutschen, welche noch ohne einen einzigen Punkt dastehen. Eine vierte Niederlage könnte je nach Konstellation bereits das vorzeitige Aus bedeuten.