- Die Schweiz gewinnt ihr zweites WM-Gruppenspiel in Zürich gegen Lettland hochverdient mit 4:2.
- Goalie Kristers Gudlevskis und die mangelnde Effizienz der Nati im Abschluss sorgen dafür, dass die Partie lange offen ist.
- Nach einem spielfreien Tag am Sonntag kommt es für die Schweiz am Montagabend zum Nachbarschaftsduell mit Deutschland.
Steter Tropfen höhlt den Stein: Selten passte dieses Sprichwort besser zu einem Spiel als zum Duell der Schweiz mit Lettland. Nach schwachen ersten zehn Minuten fand die Nati immer besser in die Partie und deckte Kristers Gudlevskis mit Schüssen am Laufmeter ein.
Obschon die Torchancen ständig hochkarätiger wurden, wollte sich der lettische Schlussmann in der ersten Spielhälfte einfach nicht bezwingen lassen. Und als Gudlevskis doch einmal geschlagen war, liessen die Schweizer die nötige Präzision im Abschluss vermissen. Doch dies sollte sich nicht rächen.
Devils-Duo sorgt für Dosenöffner
Denn statt an der mangelnden Effizienz oder den Reflexen von Gudlevskis zu verzweifeln, rannten die Schützlinge von Coach Jan Cadieux weiter an. In der 32. Minute und nach 30 erfolglosen Abschlüssen wurde diese Beharrlichkeit belohnt.
Nach einem cleveren Zuspiel über die Bande von Théo Rochette kamen Nico Hischier und Timo Meier zu einer 2-gegen-1-Situation. Hischier legte uneingenützig rüber für seinen Devils-Teamkollegen, der per Direktschuss den Bann brach und die Schweizer Fans aufatmen liess.
Der Jubel verstummte jedoch rasch. 95 Sekunden nach dem 1:0 glichen die Letten durch ein fast identisches Tor in der Person von ZSC-Stürmer Rudolfs Balcers aus. Die Vorlage hatte mit Deniss Smirnovs ein weiterer Schweiz-Legionär geliefert.
Starke Reaktion auf Rückschlag
Die Nati benötigte einige Minuten, um sich zu schütteln. Da kam den Schweizern in den Schlussminuten des Mittelabschnitts, in welchem sie die Letten in Sachen Spielanteilen komplett an die Wand spielten, ein Powerplay gerade recht. Sven Andrighetto verzichtete nach Zuspiel von Denis Malgin für einmal auf einen Direktschuss und fand stattdessen im Slot den noch besser postierten Damien Riat. Letzterer brauchte den Puck nur noch ins leere Tor einzuschieben – 2:1 (38.).
Den Schwung aus dem zweiten Abschnitt nahm die Schweiz mit in das Schlussdrittel, welches mit einem Paukenschlag begann. Dean Kukan hämmerte die Scheibe nach nur 59 Sekunden zum 3:1 unter die Latte, nachdem Christian Martis Abschluss zuvor von der Bande hinter dem Tor zurückgesprungen war.
Riat macht Deckel drauf
In der Folge liess die Nati erneut einige Hochkaräter liegen, ehe Riat mit seinem zweiten Treffer des Abends die Vorentscheidung besorgte (53.). Simon Knak hatte pfannenfertig für den Lausanne-Stürmer aufgelegt.
Zwar musste sich Sandro Aeschlimann im Schweizer Tor – Leonardo Genoni erhielt eine Pause – 14 Sekunden vor Schluss noch ein zweites Mal bezwingen lassen. Und anders als wenige Minuten zuvor, als das vermeintliche 2:4 nach einer Coach's Challenge wegen Offsides einkassiert worden war, zählte der lettische Treffer auch. Der Schweizer Freude über den zweiten Erfolg im zweiten Gruppenspiel tat dies jedoch keinen Abbruch.
So geht's weiter
Mit dem Punktemaximum auf dem Konto geniesst die Nati am Sonntag ihren ersten spielfreien Tag, ehe am Montag um 20:20 Uhr das Nachbarschaftsduell mit Deutschland ansteht.