Von den wettbewerbsübergreifend letzten 24 Direktduellen mit Schweden hat die Schweiz zwei gewonnen. Nein, «Tre Kronor» ist definitiv nicht der Lieblingsgegner der Nati. Punkt.
Diese Bilanz interessiert hierzulande aber niemanden mehr, wenn die Schweiz am Donnerstag den Viertelfinal gegen Schweden gewinnt und an der Heim-WM das finale Wochenende erreicht. Und die Chancen dazu – das Head-to-Head ausgeklammert – stehen durchaus gut.
Die Nummer 1 in vielerlei Hinsicht
Kein Team hat im bisherigen Turnierverlauf besser performt als die Schweiz. Das untermauern diverse Statistiken:
- Beste Offensive: 39 geschossene Tore, damit sechs mehr als das zweitbeste Team (Kanada).
- Beste Defensive: Sieben Gegentore, damit sechs weniger als das zweitbeste Team (Kanada).
- Bester Skorer: Sven Andrighetto, 13 Punkte (4 Tore / 9 Assists).
- Bester Goalie: Leonardo Genoni, 4 Spiele, 97,01 % Abwehrquote.
Die Nati verbrachte bis anhin noch keine einzige Sekunde in Rückstand. Die Linien-Zusammenstellungen von Trainer Jan Cadieux funktionieren, während der gesamten Gruppenphase gab es nur kleine Justierungen, am Fundament wurde jedoch nicht gerüttelt. Grössere Änderungen sind entsprechend auch im Hinblick auf das Duell mit Schweden nicht zu erwarten.
Weiter offen ist, ob Pius Suter für den Viertelfinal-Kracher zur Verfügung stehen wird. Der NHL-Stürmer der St. Louis Blues, der sich im dritten Vorrundenspiel gegen Deutschland verletzt hatte und seither aussetzen musste, stand am Mittwoch im Training wie schon in den Tagen zuvor auf dem Eis. Sein Status wird von Tag zu Tag neu eingeschätzt.
Fokus auf sich selber, nicht den Gegner
Klar ist auch, dass sich die Nati vom bisher Geleisteten nichts mehr kaufen kann, am Donnerstag mit der K.o.-Phase beginnt quasi ein neues Turnier. Das wissen die Spieler am besten: «Was in der Gruppenphase passiert ist, zählt jetzt nicht mehr», so Roman Josi. Über den Gegner will der Captain gar nicht zu viele Worte verlieren, sagt aber: «Schweden gehört an einer WM immer zu den Gold-Favoriten, es wird eine riesige Challenge für uns.»
Cadieux seinerseits betont die Wichtigkeit, in der neutralen Zone geduldig zu bleiben und die Ordnung zu bewahren. Etwas, das die Nati im letzten Gruppenspiel gegen Finnland im Mitteldrittel vermissen liess und prompt bestraft wurde. «Wir dürfen das Spiel nicht zu sehr öffnen», so der Trainer. Der 46-Jährige erwartet eine enge Partie, bei der «kleine Details den Unterschied machen» werden.
Faktor Publikum
Sollte es tatsächlich zu einem Spiel auf Messers Schneide kommen, könnte auch der Heimvorteil für die Schweiz das Zünglein an der Waage sein. Bisher waren die Nati-Spieler in der Lage, die riesige Energie aus dem Publikum in Zürich für sich zu nutzen.
Auf der anderen Seite werden die Schweden alles versuchen, um die ersten Minuten schadlos zu überstehen und so die Euphorie einzudämmen. Denn legen die Schweizer erstmal vor, waren sie bisher nicht mehr zu bremsen.