- Titelverteidiger PSG gewinnt ein verrücktes Hinspiel im Champions-League-Halbfinal gegen Bayern München mit 5:4.
- Die ersten 45 Minuten, in welchen Schiedsrichter Sandro Schärer auf beiden Seiten je einen Elfmeter pfeift, enden mit 3:2.
- Im 2. Durchgang gelingt erst PSG ein Doppelschlag zum 5:2, ehe die Münchner mit einer Doublette auf 4:5 herankommen.
Jenen Fussballfans, die das Hinspiel im Champions-League-Halbfinal zwischen Paris St-Germain und Bayern München verpassten, sei ans Herz gelegt, sich die Partie zu Gemüte zu führen. Denn was der CL-Titelverteidiger und der deutsche Meister am Dienstagabend im Parc des Princes boten, war Spektakel vom Feinsten.
Mit 5:4 – so viele Tore hatte es in einem CL-Halbfinal zuvor noch nie gegeben – bodigte PSG die Bayern in Paris. Alle 9 Tore fielen zwischen der 17. und 68. Minute. Es gab 2 Elfmeter, VAR-Entscheide, Traumtore und Drama – alles, was das Fussballherz begehrt.
Bayern macht es PSG nach
Fast eine Stunde war gespielt und man hatte das Gefühl, dass es das nun gewesen sein könnte. Die Bayern, die anstelle des gesperrten Vincent Kompany von Co-Trainer Aaron Danks betreut wurden, waren nach dem 2:3 zur Pause energisch in die 2. Hälfte gestartet – die Treffer fielen aber ins eigene Gehäuse. Innert 2 Minuten stellten Khvicha Kvaratskhelia und Ousmane Dembélé auf 5:2.
- 56. Minute: Vitinha spielt einen Weltklasse-Ball aus der eigenen Platzhälfte in den Lauf von Achraf Hakimi. Dieser bringt die Kugel in den Strafraum, wo Kvaratskhelia am hinteren Pfosten vergessen geht und locker trifft.
- 58. Minute: PSG kontert eiskalt. Désiré Doué passt zu Dembélé. Der Ballon-d'Or-Gewinner netzt in die nahe Ecke via Innenpfosten ein.
Wer nun dachte, das Duell sei vorentschieden, sah sich getäuscht. Denn was die Pariser können, können die Bayern auch:
- 65. Minute: Der frühere PSG-Junior Dayot Upamecano springt in einen Freistoss von Joshua Kimmich – Anschluss zum 3:5.
- 68. Minute: Luis Diaz pflückt eine starke Vorlage von Harry Kane herunter, spielt mit Marquinhos Katz und Maus – und trifft zum 4:5. Die Linienrichterin hebt zwar die Fahne wegen Abseits, doch Schiedsrichter Sandro Schärer entscheidet nach kurzem VAR-Check auf Tor.
In der Folge flachte die Partie ab. Eine gewisse Müdigkeit schien sich bei den Spielern breit zu machen. Einen Aufreger gab es aber noch, als Senny Mayulu in der 87. Minute statt zum 6:4 nur das Lattenkreuz traf.
Strittiger Penalty zum 3:2
Schon die ersten 45 Minuten waren spektakulär verlaufen. Beim ersten nennenswerten Angriff bekam Bayern von Schärer einen Foulpenalty zugesprochen. Diesen verwandelte Kane ohne Probleme zum 1:0 (17.).
Das Heimteam brauchte ein paar Minuten, um in die Gänge zu kommen. Die Antwort auf den Rückstand liess aber nicht lange auf sich warten: Kvaratskhelia besorgte nach einer starken Einzelleistung das 1:1 (24.). 9 Minuten später brachte Joao Neves PSG per Kopf erstmals in Front, worauf Michael Olise mit einem wuchtigen Abschluss zum 2:2 antwortete (41.).
In der Nachspielzeit wurde es für Schärer erstmals etwas knifflig. Mit der letzten Aktion traf Dembélé bei seinem Flankenversuch den Arm des sich abdrehenden Alphonso Davies. Schärer ging sich die Szene anschauen und entschied auf Penalty, den Dembélé zum 3:2 nutzte – kein unumstrittener Entscheid.
So geht's weiter
Das Rückspiel in München findet am Mittwoch in einer Woche statt (21:00 Uhr) und wird live auf SRF zwei zu sehen sein. Dazwischen sind PSG (gegen Yvon Mvogos Lorient) und Meister Bayern (gegen Heidenheim) am Samstag in der Liga gefordert.