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Nati-Stürmer beim YB-Gegner Gavranovic: Früh hochgejubelt – spät gereift

Mario Gavranovic ist als Torlieferant seit jeher ein sicherer Wert – aber Geduld war lange nicht seine Stärke.

Legende: Video Gavranovic: «Ich weiss viel über YB» abspielen. Laufzeit 02:20 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 21.08.2018.

Das Champions-League-Debüt von Mario Gavranovic war furios. Im Schalke-Dress erzielte der damals 21-Jährige im März 2011 gegen Valencia das entscheidende Tor, traf zudem Pfosten und Latte. Ein verheissungsvoller Auftakt – aber bis heute Gavranovics einziger Auftritt in der «Königsklasse».

Legende: Video Gavranovic brilliert 2011 beim CL-Debüt abspielen. Laufzeit 00:49 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 09.03.2011.

Vieles passierte in Gavranovics Laufbahn schnell – zuweilen zu schnell:

  • 2006: Mit 16 Jahren Challenge-League-Debüt für Lugano.
  • 2008: Erster Transfer als Profi zu Liga-Konkurrent Yverdon.
  • 2009: Super-League-Debüt bei Xamax (20 Spiele / 10 Tore / 4 Assists)

Da Gavranovic auf Klubebene und in den Schweizer Nachwuchs-Natis zuverlässig traf, lockte anfangs 2010 Schalke. Dass der Sohn kroatischer Einwanderer unmittelbar nach dem 20. Geburtstag seinen bereits vierten Klubwechsel tätigte, sollte sich aber als übereilter Schritt erweisen.

Eine derart ausgeprägte Freundschaft unter den Teamkollegen – das gibt es in der Schweiz nicht.
Autor: Mario Gavranovic

Erst nach seiner Rückkehr in die Schweiz 2012 spielte Gavranovic wieder regelmässig. Wirklich glücklich waren die dreieinhalb FCZ-Jahre des Stürmers aber nicht. Dem chronisch Ungeduldigen wurde mehrfach Geduld auferlegt:

  • Nicht eingewechselt, beschimpft er 2013 Assistent Massimo Rizzo übel.
  • Sowohl FCZ wie Nati-Coach Ottmar Hitzfeld sanktionieren Gavranovic.
  • Zwar ist er 2014 im WM-Kader, reisst sich in Brasilien aber das Kreuzband.

Zwei Begegnungen aus seiner FCZ-Zeit erwiesen sich aber als wegweisend:

  • In einer Boutique lernt Gavranovic seine heutige Frau Anita kennen.
  • Bei einem Zusammenprall mit Rijeka-Goalie Ivan Mance in einem Testspiel verliert Gavranovic 2013 ein Stück Zahn. Glück im Unglück: Drei Jahre später holt ihn eben dieser Mance, mittlerweile Sportchef, nach Rijeka.

Plötzlich läuft es rund

In Kroatien kommen ab 2016 Kontinuität und sportlicher Erfolg in Gavranovics Leben. Sensationell durchbricht HNK Rijeka die 12-jährige Dominanz von Dinamo Zagreb und wird Meister. Gavranovic steuert dazu in 29 Spielen 11 Tore und 5 Assists bei und schwärmt zudem: «Eine derart ausgeprägte Freundschaft unter den Teamkollegen – das gibt es in der Schweiz nicht.»

Auch in der Schweizer Nati wird Gavranovic wieder zum Thema. Highlight seines Comebacks ist sein mustergültiger Steilpass im WM-Spiel gegen Serbien, mit dem er Xherdan Shaqiri beim späten 2:1-Siegtreffer lanciert.

Legende: Video Shaqiri als Schweizer Siegtorschütze abspielen. Laufzeit 00:43 Minuten.
Aus FIFA WM 2018 Clips vom 22.06.2018.

In Kroatien wiederum sichert sich der gekränkte Ligakrösus Dinamo Zagreb die Dienste von Gavranovic. Und mit den Hauptstädtern trifft dieser in den CL-Playoffs nun auf Schweizer Meister YB. Gavranovic ist hochmotiviert. Ziel: nach über sieben Jahren endlich ein zweites Mal in der «Königsklasse» spielen.

Live-Hinweis

Sehen Sie das Hinspiel der Champions-League-Playoffs zwischen YB und Dinamo Zagreb am Mittwoch live ab 20:45 Uhr auf SRF zwei und in der SRF Sportapp.

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 14.08.2018 22:00 Uhr

3 Kommentare

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  • Kommentar von Alessandro Pini (jaio)
    Komisch, bei Dinamo Zagreb spielen eigentlich zwei Schweizer, aber Izet Hajrovic (in Brugg geboren), wird total ignoriert und nirgends erwähnt nur weil er sich für die Bosnische Nationalmannschaft entschieden hat. Kommt noch hinzu dass Gavranovic momentan nur Ergänzungsspieler ist, während Hajrovic bei Dinamo Zagreb in der Stammelf aufläuft. Finde ich doch ziemlich ärmlich von SRF.
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    1. Antwort von TCW XXX (TCW)
      Liegt wohl daran, dass ihn fast niemand kennt und das sich auch kaum jemand für ihn interessiert. Gavranovic ist schweizer Nationalspieler und daher auch für die schweizer Fussballfans interessanter.
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    2. Antwort von Alessandro Pini (jaio)
      Herr TCW, Dann wollen wir mal hoffen das Hajrovic sich nicht gerade heute Abend wieder in Erinnerung bringt. Nicht desto trotz ist auch er Schweizer und deshalb hätte man ihn wenigstens erwähnen können. Ob er dann weiterhin uninteressant ist werden wir nach dem Spiel wissen.
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