In der letzten Saison stand Inter Mailand noch im Final der Champions League. Nun droht den «Nerazzurri» bereits in den Playoffs das Aus. Und das nicht etwa gegen ein europäisches Schwergewicht wie Manchester City, Real Madrid oder Liverpool, sondern gegen Bodö/Glimt, den Vize-Meister Norwegens.
Kann Inter Schmach abwenden?
Im Hinspiel brockte sich der haushohe Favorit aus Mailand im hohen Norden eine 1:3-Hypothek ein und braucht am Dienstag im heimischen Giuseppe-Meazza-Stadion im Minimum drei Treffer (inkl. allfälligem Penaltyschiessen), um doch noch in die Achtelfinals einzuziehen.
Ein vorzeitiges Scheitern von Inter wäre angesichts der Kräfteverhältnisse beider Teams eine Schmach für den aktuellen Leader der Serie A. Ja, Bodö/Glimt hat in der Champions League zuletzt auch Manchester City und Atletico Madrid bezwungen und ist so etwas wie zum Favoriten-Schreck aufgestiegen.
Dennoch wäre ein Ausscheiden Inters eine riesige Überraschung, wenn nicht gar eine kleine Sensation. Klar ist: die Mannschaft mit den beiden Schweizern Yann Sommer und Manuel Akanji darf sich im Rückspiel keine Aussetzer mehr erlauben, denn Bodö/Glimt hat bewiesen, dass es diese eiskalt auszunutzen weiss.
Atleticos Defensive bröckelt
Atletico Madrid führte im Hinspiel in Brügge mit 2:0 und 3:2, musste sich zum Schluss aber mit einem 3:3 begnügen, was sich wie eine Niederlage angefühlt haben dürfte. Die Mannschaft von Diego Simeone, die seit vielen Jahren als defensiv nur schwer zu knacken gilt, weist in dieser Saison deutlich mehr Abwehrschwächen auf, als es dem argentinischen Kult-Coach lieb wäre, speziell in der Champions League.
In bisher neun Partien hat Atletico bereits 18 Gegentreffer kassiert, das ist für ein in der Grundordnung defensiv ausgerichtetes Team sehr viel. Sollte es den «Colchoneros» im Rückspiel zuhause aber gelingen, die Mängel in der Verteidigung zu korrigieren, sieht es in Sachen Achtelfinal-Quali gut aus. Denn offensiv verfügt Atletico mit Julian Alvarez, Alexander Sörloth und neu auch noch Ademola Lookman über reichlich Durchschlagskraft.
Newcastle ist durch, Leverkusen so gut wie
Weniger spannend als in den Metropolen Mailand und Madrid ist die Ausgangslage im Nordosten Englands und in Nordrhein-Westfalen:
- Newcastle: Die «Magpies» deklassierten Qarabag Agdam in Aserbaidschan gleich mit 6:1, Anthony Gordon traf dabei nicht weniger als vierfach. Newcastle dürfte das Rückspiel nutzen, um die eine oder andere Stammkraft zu schonen, zumal es in der Premier League mit Rang 11 nach 27 Runden alles andere als nach Wunsch läuft.
- Leverkusen: Patrik Schicks Doppelschlag innert drei Minuten in Piräus sollte für die «Werkself» im Playoff-Duell mit Olympiakos die halbe Miete gewesen sein. Es ist nur schwer vorstellbar, dass Leverkusen das 2:0-Polster vor eigenem Anhang noch verspielt.