Es war eine Frage, die Arsenal-Spieler Declan Rice nach dem Halbfinal-Einzug in der Champions League gegen Sporting Lissabon überraschte. «Wie frustrierend war dieser Abend?», wollte eine Reporterin von TNT wissen.
Der krankheitsbedingt geschwächte Profi gab zurück: «Frustrierend? Ach was, wir sind im Halbfinal. Was kümmert es uns, was andere denken? Wichtig ist nur, was diese Mannschaft denkt, was dieser Trainer denkt», sagte Rice, dessen Team es im Halbfinal (29. April/5. Mai) mit Atletico Madrid zu tun bekommt.
Nur ein Tor in 180 Minuten
Die «Gunners» bleiben zwar vor dem Premier-League-Showdown bei Manchester City am Sonntag als einziger englischer Klub im Rennen um den Henkelpott.
So überzeugend wie noch im Herbst wirken die Auftritte des Teams von Trainer Mikel Arteta aber schon seit Wochen nicht mehr. Gegen Sporting entschied über 180 Minuten ein Tor von Havertz, der im Rückspiel am Mittwoch erneut Joker war.
Premier League als Grund?
Arteta und sein Team geraten in der entscheidenden Saisonphase zunehmend in Erklärungsnot für die dürftigen Auftritte. «Es gibt einen Grund, warum wir das einzige englische Team im Wettbewerb sind, denn diese Liga und dieser Spielplan zehren an einem. Es ist wahnsinnig schwierig, das zu erreichen, was wir geschafft haben», sagte der 44-jährige Spanier.
Wie Titelverteidiger Paris Saint-Germain standen die Londoner schon in der Vorsaison im Halbfinal – nun soll der Schritt in den Final am 30. Mai in Budapest gelingen.
«Geniesst es doch einfach»
«Worüber reden wir eigentlich? Geniesst doch einfach, wo wir als Verein stehen. Wenn jemand das nicht möchte, ist das auch okay, wir geniessen es sehr», sagte Arteta trotzig.
In der Premier League liegt Arsenal sechs Punkte vor ManCity, die Londoner haben aber auch ein Spiel mehr absolviert. Mit einem City-Sieg im Topspiel wäre das Titelrennen auf der Insel wieder vollkommen offen – und die kritischen Fragen dürften nicht leiser werden.