Das Motto für den Showdown beim grossen Favoriten in London brachte Robert Andrich treffend auf den Punkt. «Wir fahren dorthin, um eine Runde weiterzukommen. Sonst brauchen wir gar nicht erst anzureisen», sagte der Captain von Bayer Leverkusen zum Rückspiel in den Achtelfinals der Champions League gegen Arsenal.
Zwar sind die Londoner als souveräner englischer Tabellenführer und einziger ungeschlagener Teilnehmer der «Königsklasse» an diesem Dienstag deutlich favorisiert. Doch Leverkusen verfügt nach zuletzt guten Spielen über Selbstvertrauen.
Auch den Grossen gewachsen
Beim 1:1 im Hinspiel in der vergangenen Woche verpassten die Deutschen den Sieg nur durch einen umstrittenen Foulpenalty, den der frühere Leverkusener Kai Havertz kurz vor Schluss verwandelte. Auch beim 1:1 gegen den Bundesliga-Dominator Bayern München am Wochenende zeigte der Tabellensechste seine gute Entwicklung.
Im Vergleich zur ersten Saisonphase, als die «Werkself» gegen Topteams wie Paris St-Germain (2:7) und die Bayern (0:3) chancenlos war, wirkt das Team von Trainer Kasper Hjulmand jetzt deutlich stabiler. Leverkusen ist auch gegen die ganz grossen europäischen Schwergewichte wieder konkurrenzfähig.
Auf den Spuren von Ballack, Kirsten & Co.
Die Hoffnung lebt, erstmals seit 24 Jahren wieder in die Viertelfinals der Champions League einzuziehen. 2002 schafften es Michael Ballack, Ulf Kirsten & Co. sogar bis in den Final und unterlagen dort Real Madrid um Zinédine Zidane mit 1:2.
Im Duell mit den «Gunners» setzen die Leverkusener auch auf die Vorteile des Aussenseiters. «Ich glaube, dass der Druck bei Arsenal enorm ist – nicht einfach nur weiterzukommen, sondern vielleicht die Champions League gewinnen zu müssen», sagte Bayers Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes.
Für den Gewinner führt die Reise wahrscheinlich nach Norwegen. Im Duell der beiden möglichen nächsten Gegner hat die Überraschungsmannschaft von Bodö/Glimt das Hinspiel gegen Sporting Lissabon vor Heimpublikum klar 3:0 gewonnen.