Trainer Urs Fischer hat nach dem Conference-League-Aus des FSV Mainz 05 gnadenlos mit seinen Spielern abgerechnet. «Man muss deutlich sagen: Wir waren überfordert. Sie haben uns aufgefressen», sagte der 60-jährige Schweizer angesichts der 0:4-Viertelfinal-Niederlage des Bundesligisten bei Racing Strassburg dem Sender RTL: «Es war das, was ich befürchtet habe: Wir hatten keine Antwort.»
Die Rheinhessen konnten in keiner Phase an den 2:0-Sieg im Hinspiel anknüpfen und spielten beim französischen Erstligisten keine einzige Torchance heraus. «Wir hatten den Mut heute nicht», bilanzierte Fischer sichtlich angefressen. Am Ende bemühte er sich noch um etwas versöhnliche Töne: «Ich muss auch vorsichtig sein nach so einem Spiel, dass man nicht was Falsches sagt. Die Jungs haben es bis heute zu gut gemacht, um alles schlechtzureden – aber es war wirklich unterirdisch.»
Fokus auf den Abstiegskampf
Christian Heidel klang deutlich versöhnlicher. «Das ist Europapokal. Wir haben gewusst, wenn wir da mitspielen, kann so etwas passieren», sagte der Sportvorstand mit Nachdruck in der Stimme: «Aber das ist für alle, die dabei waren, ein bleibendes Erlebnis, auch wenn es mit schlechtem Ergebnis geendet hat.» Nie zuvor hatte eine deutsche Mannschaft die Runde der besten Acht der Conference League erreicht. «Das müssen wir mitnehmen», sagte Heidel.
Das Team aber, sagte Captain Silvan Widmer, sei «maximal enttäuscht». Die Niederlage fühle sich an «wie ein Ausscheiden aus einem grossen Turnier mit der Nationalmannschaft». Das Scheitern trotz der guten Ausgangslage sei «sehr emotional, weil wir einfach zusammen mit den Fans diesen Traum hatten».
Das einzig Positive sei nun, dass man sich jetzt nur noch auf die Bundesliga konzentrieren könne, sagte Widmer mit einem gequälten Lächeln. Für die dort verbleibenden fünf Spieltage, meinte Fischer, solle das Europa-Aus als «Warnschuss» dienen. Derzeit liegen die Mainzer 8 Punkte vor dem Relegationsrang, doch am Sonntag wartet ein Schlüsselduell gegen Borussia Mönchengladbach.