Es gibt bestimmt dankbarere Aufgaben für einen neuen Trainer. Zwei Tage nach seiner Vorstellung als neuer Coach des FC Basel steht Stephan Lichtsteiner bereits vor einem wegweisenden Spiel: Am letzten Spieltag der Europa-League-Ligaphase braucht der FCB im Heimspiel gegen Viktoria Pilsen (CZE) einen Sieg, um die Chance aufrecht zu erhalten, die Playoffs doch noch zu erreichen.
Allerdings könnten selbst 3 Punkte zu wenig sein. Schliesslich wollen noch 6 Teams den Sprung über den Strich in die Top 24 schaffen. Basel ist deshalb auf Rang 27 liegend selbst im Falle eines Sieges gegen Pilsen auf Schützenhilfe angewiesen.
Der Plan steht – doch er ist noch geheim
Egal, ob es am Schluss fürs Weiterkommen reicht: Für Lichtsteiner wäre ein Erfolg in seinem 1. Spiel als Basel-Trainer wertvoll. Der neue Coach steht unter besonderer Beobachtung. Denn für Lichtsteiner ist es am Rheinknie die erste Trainer-Anstellung auf höchster Ebene. Bislang hat der 108-fache ehemalige Nati-Spieler erst im Basler Nachwuchsbereich und zuletzt beim Zürcher Erstligisten Wettswil-Bonstetten gecoacht.
«Was ändert, ist der Druck», sagt Lichtsteiner am Tag vor dem Pilsen-Spiel gegenüber SRF. «Aber das gilt es zu managen.» Das Medien-Interesse sei freilich um ein Vielfaches grösser als bei seinen früheren Stationen, so Lichtsteiner. Beim FCB besonders.
Mit Blick auf die Partie gegen Viktoria Pilsen wollte sich Lichtsteiner nicht in die Karten blicken lassen. Bezüglich der Taktik sagt er nur: «Der Plan steht.» Auch wenn es für Pilsen um weniger geht als für den FCB – die Tschechen stehen fix in den Playoffs – erwartet der 42-Jährige einen unangenehmen Gegner. Nicht ohne Grund sei Pilsen in der Europa League noch ungeschlagen (2 Siege, 5 Unentschieden).
Seinen Captain kennt Lichtsteiner schon
Die Zeit seit seiner Ankunft in Basel war für Lichtsteiner zu kurz, um seine Mannschaft schon genauer kennenzulernen. Den Captain des Teams kennt der Innerschweizer hingegen bereits bestens. Zusammen mit Xherdan Shaqiri bestritt Lichtsteiner 68 Länderspiele und nahm mit dem FCB-Spielmacher an vier grossen Turnieren teil (WM 2010, 2014, 2018 sowie EM 2016).
«Es ist ein grosser Schritt für ihn von Wettswil-Bonstetten direkt zum FC Basel», erzählt Shaqiri und fügt an: «Ich kenne Steph sehr gut und weiss, wie ehrgeizig er ist.» Es sei klar, dass «einiges an Arbeit» auf Lichtsteiner zukommen werde, so Shaqiri. «Aber wir alle versuchen, auf dem Platz das Beste für ihn zu geben.»
Im Optimalfall reicht dies am Donnerstag zum Heimsieg gegen Pilsen. Und dann würde man im St. Jakob-Park den Totomat konsultieren und auf die anderen Plätze schielen.