Zum Inhalt springen

Akanji lenkt unglücklich ab Forsberg beendet Schweizer Viertelfinal-Traum

  • Die Schweiz unterliegt Schweden im WM-Achtelfinal in St. Petersburg mit 0:1.
  • Akanji lenkt einen Abschluss von Forsberg unhaltbar für Sommer ins eigene Tor ab.
  • Nach 2006 und 2014 verpasst die Nati den erstmaligen WM-Viertelfinaleinzug in diesem Jahrtausend erneut knapp.

Nach gut 70 Minuten tätigte Vladimir Petkovic einen Doppelwechsel: Breel Embolo ersetzte Steven Zuber, Haris Seferovic kam für Blerim Dzemaili. Der Nati-Coach wusste, jetzt geht es um alles oder nichts.

Zu diesem Zeitpunkt lag die Schweiz gegen Schweden 0:1 im Rückstand. Emil Forsberg (66.) hatte an der Strafraumgrenze zu viele Freiheiten genossen, wurde von den Schweizer Verteidigern nicht angegangen und zog ab. Der Abschluss des Offensivmanns wurde von Manuel Akanji derart unglücklich abgelenkt, dass Yann Sommer keine Chance hatte.

Legende: Video Forsberg schiesst die Schweiz aus dem WM-Turnier abspielen. Laufzeit 01:04 Minuten.
Aus FIFA WM 2018 Clips vom 03.07.2018.

Schweiz spielerisch überlegen

Die Einwechslung von Embolo und Seferovic brachte dann zwar die erhoffte Bewegung ins Spiel. Insbesondere der frischgebackene Vater Embolo sorgte im schwedischen Strafraum für Wirbel, ein Tor gelang aber auch ihm nicht.

In der Nachspielzeit sprach Schiedsrichter Damir Skomina den Schweden nach einer Notbremse von Michael Lang, der dafür die rote Karte sah, einen Elfmeter zu. Nach Konsultation der Videobilder entschied er dann aber auf Freistoss. Danach war Schluss. Und die Enttäuschung bei den Schweizern zu recht riesig.

Historische Chance vertan

Für die Nati bedeutete damit der 3. WM-Achtelfinal in diesem Jahrtausend Endstation. 2006 war die Schweiz im Penaltyschiessen an der Ukraine gescheitert, 2014 bedeutete Argentinien (nach Verlängerung) Endstation.

Die Niederlage ist für die Schweiz umso bitterer, weil das Petkovic-Team den Schweden in spielerischer Hinsicht überlegen war. Anders als in den bisherigen WM-Partien gelang es ausgerechnet diesmal nicht, einen Rückstand wettzumachen.

Xherdan Shaqiris Flanken zur Mitte fanden im Zentrum selten einen Abnehmer. Zudem fehlte es an Tempo und Kreativität, um gegen die gut stehenden Schweden Räume zu öffnen. Auch aus den zahlreichen Eckbällen konnten die Schweizer kein Kapital schlagen. Letztlich fehlte schlicht die letzte Überzeugung.

Sommer rettet, Dzemaili vergibt

In der 1. Halbzeit hatte sich sowohl der Schweiz als auch Schweden die Chance geboten, in Führung zu gehen:

  • 29. Minute: Nachdem Augustinsson der Ball an die Hand springt, lässt Schiedsrichter Skomina weiterlaufen. Der Ball landet bei Berg, aber Sommer bewahrt die Nati mit einer Glanzparade vor dem Rückstand.
Legende: Video Sommer reagiert glänzend gegen Berg abspielen. Laufzeit 00:53 Minuten.
Aus FIFA WM 2018 Clips vom 03.07.2018.
  • 38. Minute: Nach einem Einwurf von Rodriguez legt Zuber das Leder wunderbar auf Dzemaili zurück. Der 32-Jährige nimmt den Ball direkt, schiesst aus 12 Metern aber über das Tor.
  • 41. Minute: Lustig flankt seelenruhig in die Mitte, Ekdal geht im Rücken der Verteidigung vergessen, nimmt den Ball volley, setzt ihn aber drüber.

Auf die Schweden wartet England

Im Viertelfinal kommt es damit zum Duell Schweden gegen England. Die «Three Lions» überwanden im Achtelfinal gegen Kolumbien ihren Penalty-Fluch, nachdem den Kolumbianern in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit der Ausgleich gelungen war.

Sendebezug: Laufende WM-Berichterstattung SRF zwei

270 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Martin Gebauer (Gebi)
    Die Schweiz hat verloren, hat ihr Potential gegen ein Team, das nur zerstören möchte, nicht ausgeschöpft. Das ist zwar schade, erschreckend ist aber, wie viele hier ungeniert ihr nationalkonservatives Gedankengut zur Schau stellen. Hymne mitsingen und eine rein schweizerische Abstammung sollen die zukünftigen Kriterien sein, ob einer für die Nati spielt. Wer so was denkt, tut gut daran seinen moralischen Kompass neu zu justieren. Rassismus war noch nie eine Meinung sondern einfach nur schäbig!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Cédric Cossovas (E-Goal)
      Zum Beispiel mal umgekehrt: Kennen Sie einen "Karl Odermatt" in einer afrikanischen Nationalmannschaft?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Michel Koller (Mica)
      @Gebauer: Sie sprechen mir aus dem Herzen. @ Cossovas: Die Schweiz ist ein Einwanderungsland und Ziel von Flüchtlingen aus aller Welt. Daher haben viele Schweizer ausländische Wurzeln. Es sind eher weniger Schweizer nach Afrika geflüchtet/ausgewandert und haben die dortigen Nationalitäten angenommen. Der Vergleich zeugt von Unwissenheit.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Markus Vogel (goldamsel)
      Ich teile weitgehend Ihre Meinung Herr Gebauer. Nur: nationalkonservative und nationalistische Symbole und Gesten haben nirgends etwas verloren, nicht im Fussballstadion und schon gar nicht auf dem Rasen. Die Vögel, die einige riefen, werden sie nicht mehr los. Und die Echos der nationalistischen Flügelschläge hallen in den Kommentarspalten nach.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Cédric Cossovas (E-Goal)
    Gegen Schweden mussten "unsere" paar Wellensittiche leider fast gaaar nichts Beweisen, ausser ein Weiterkommen, uiiiii wären aber die Gegner, Serbien, Kroatien, Albanien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Slowenien, oder sogar Kosovo gewesen, hey Matt Land wären diejenigen garantiert ...eine Patrouille GEIER Staffel geworden!!! - Hopp Schwitz, statt Hopp Schweiz, eine neue Trainerparole?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Kohler (Rolf Kohler)
    Schon der 1/8-Final war für diese Mannschaft ein Traum - und den haben sie sich erfüllt. Yann Sommer am 12.11.2017 nach dem 0:0 in der Barrage gegen Nordirland (!) : « Wir haben gekämpft, gekämpft, gekämpft.... » Auch Profifussballer vergessen schnell:)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen