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Nach dem Sieg über Serbien So kann man weit kommen, aber…

Als erstes Team an dieser WM dreht die Schweiz einen Rückstand. Moral und Charakter sind intakt. Es gibt aber dennoch Diskussionsstoff.

Legende: Video Zusammenfassung Serbien-Schweiz abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
Aus FIFA WM 2018 Clips vom 22.06.2018.

«Wir haben Charakter, geben nie auf. So kann man weit kommen», sagte Blerim Dzemaili nach dem 2:1-Sieg gegen Serbien. Tatsächlich. Die Nati hat wie schon gegen Spanien und Brasilien auf einen Gegentreffer reagiert. Als erste Mannschaft überhaupt an dieser WM hat die Schweiz einen Rückstand noch gedreht. Das verdient Respekt.

Dennoch bemängelte Coach Vladimir Petkovic nach der Partie zurecht die vielen verlorenen Zweikämpfe vor allem in der ersten Halbzeit. Die Schweiz wäre beinahe von der serbischen Taktik geschlagen worden. Sie hätte auch 0:2 in Rückstand liegen können. Denn die Abwehr kam mit dem hohen Pressing nicht zurecht.

Die Schweiz konnte ihrerseits ein solches gar nicht aufziehen. Goalie Vladimir Stojkovic versuchte es gar nicht erst mit einem gepflegten Spielaufbau, sondern pfefferte seine Abschläge in die andere Spielhälfte. Die Lufthoheit war den Serben sicher.

Ball flach gehalten und gewonnen

Es bedurfte also einer Reaktion der Schweizer – und diese erfolgte nach der Pause. «Wir haben in der Kabine rumgeschrien», verriet Torschütze Granit Xhaka nach der Partie. Coach Petkovic bestätigte lächelnd, er habe zuerst einmal nur zugehört. Dann fand er offenbar die richtigen Worte.

Die Schweiz hielt den Ball flach und spielte ihre Stärken aus. Mit den Einwechslungen von Mario Gavranovic, Breel Embolo und Josip Drmic sendete Petkovic ein kräftiges Signal aus. Die Schweiz wollte den Sieg. Angesichts des Gezeigten war er auch verdient.

Bezeichnend ist, dass gerade die designierten Leistungsträger auf der Höhe ihrer Aufgabe waren. So explodierte Xherdan Shaqiri im richtigen Moment. Eiskalt schloss der 1,69 m kleine Wirbelwind den Konter in der Schlussminute ab. Es war symptomatisch, dass der kleinste Schweizer die Entscheidung herbeiführte. Und Xhaka hatte der Partie spätestens mit dem Ausgleichstreffer den Stempel aufgedrückt.

Shaqiri hat in der Vergangenheit schon manch wichtiges Tor für die Schweiz erzielt. Man erinnere sich an die Triplette vor 4 Jahren an der WM gegen Honduras oder seinen Seitfallzieher vor 2 Jahren an der EM gegen Polen. Xhaka hingegen ist nicht bekannt für die entscheidenden Treffer in wichtigen Partien. Beim 5:2 im WM-Quali-Match gegen Ungarn im Oktober gelang ihm indes das wegweisende 1:0.

Legende: Video Shaqiri als Schweizer Siegtorschütze abspielen. Laufzeit 00:43 Minuten.
Aus FIFA WM 2018 Clips vom 22.06.2018.

Nachspiel für Xhaka und Shaqiri?

Offensichtlich war in Kaliningrad auch, dass sich bei Shaqiri und Xhaka in den Tagen zuvor etwas angestaut hatte. «Es war unglaublich, was da in Serbien geschrieben wurde», meinte Shaqiri. Xhaka widmete sein Tor der Heimat. Und es wurde jedem klar, dass an diesem Abend ganz spezielle Emotionen im Spiel waren.

So gut sich die Ausgangslage nun auch präsentiert (ein Remis reicht zum sicheren Weiterkommen, vielleicht sogar eine Niederlage), der Torjubel der beiden Schweizer Aushängeschilder muss einem zu denken geben. Denn ein Nachspiel ist zu befürchten. Und es wäre jammerschade, hätte dieses sportliche Konsequenzen. Ansonsten kann man Dzemaili nur beipflichten: Die Schweiz kann in diesem Turnier noch weit kommen.

Legende: Video Xhaka: «Die Mannschaft hat einen Riesenschritt nach vorn gemacht» abspielen. Laufzeit 01:55 Minuten.
Aus FIFA WM 2018 Clips vom 22.06.2018.

Sendebezug: Laufende Berichterstattung zur WM 2018

72 Kommentare

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  • Kommentar von Sandra C. (Cucco)
    Habt ihr keine anderen Probleme mehr? Freut euch doch einfach
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Ich wünsche unserer Nati alles Gute, viel Selbstvertrauen und gewinnt was das Zeug hält.
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  • Kommentar von Martin Gebauer (Gebi)
    Die Hetze gegenüber den albanisch stämmigen Spielern der Nati ist unglaublich. Sie zeigt, dass in diesem Land zu viele Menschen mit faschistischem und rassistischem Gedankengut leben. Wir, die Anständigen, müssen endlich auf die Barrikaden, um denen, die meinen sie seien die "richtigen" Schweizer, zu zeigen, dass ihr Gedankengut unter aller Sau ist. Dabei geht es nicht um Meinungsfreiheit - denn Rassismus ist keine Meinung, sondern nur Dreck!
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    1. Antwort von Oliver Hochstrasser (OH74)
      Es ist doch keine Hetze, wenn man die Aktionen von Spielern auf dem Feld kommentiert. Politisch haben sich die Spieler mit ihrem Jubel geäussert, nicht jemand anderes.
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    2. Antwort von Brigitte Kempf (???)
      Beide Mannschaften haben ein gutes Spiel gezeigt. Mannschaften die gewinnen wollten. Mit einem besseren Ende für die Schweiz. Wäre den Serben der Penalty zugesprochen worden, hätten wir wohl auch keine Diskussion über Doppeladler. Für die Fussballer täte es mir leid, aber für viele Schweizer wärs super, wenn die Schweiz gegen Costa Rica verlieren würde, und Serbien gegen Brasilien gewinnen. Dann könnte die Schweiz heimreisen. Viele sogenannte Fussballfans verdienen es nicht anders.
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    3. Antwort von Jürg Brauchli (Rondra)
      Dan los, Sie Anständiger, viel Spass dabei, welches Tier zeigen Sie auf den Barrikaden?
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    4. Antwort von M. Berger (Mila)
      Gebi, ich verstehe, dass Sie als Albaner sich aufregen, wenn einige Leute sich gegen die nationalistischen Provokation Ihrer Landsleute stellen. Aber zum Angriff auf Andersdenkende aufzurufen und alle, die nicht Ihrer Meinung sind als faschistisch und rassistisch zu bezeichnen, geht dann doch zu weit und entspricht nicht den Werten unserer Demokratie.
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