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Patron oder Poser? Pogba spaltet weiter die Gemüter

Pogba will und soll der Patron Frankreichs sein. Doch der 105-Millionen-Mann konnte an der WM (noch) nicht überzeugen.

Paul Pogba verwirft die Hände
Legende: Bei Frankreich (fast) immer im Fokus Paul Pogba. Getty Images

Am Ende stand Paul Pogba nach dem erknorzten 2:1-Sieg gegen Australien wie der Matchwinner da. Den entscheidenden Treffer hatte er mit einem beherzten Vorstoss erzwungen.

Doch irgendwie stand der Mittelfeldspieler auch sinnbildlich für den behäbigen Auftritt der Franzosen im 1. WM-Gruppenspiel. Seine Leistung reichte nicht, um die Kritiker verstummen zu lassen. Zu blass war er geblieben, zu wenig Einfluss hatte er nehmen können.

Legende: Video Pogba rettet Frankreich den Sieg abspielen. Laufzeit 0:25 Minuten.
Aus FIFA WM 2018 Clips vom 16.06.2018.

An Pogba schieden sich einmal mehr die Geister. Neulich hatte der 25-Jährige in der TV-Doku «Pogba Mondial» der «Grande Nation» seinen Reichtum präsentiert.

Stolz führte er durch sein «Pog House», zeigte sein «Pog Cinema», den Fussball-Käfig «PP Arena» mit riesigen Portraits des Besitzers an der Wand, selbst der Einbauschrank mit Süssigkeiten trägt seinen Namen: «Pog Corner». Der Rundgang zeigte: Pogbas Welt dreht sich vor allem um Pogba.

Hier geht es zum Video., Link öffnet in einem neuen Fenster

Ohne Not befeuerte Pogba so alle Klischees, die über ihn ohnehin im Umlauf sind. Protzig, eitel, selbstgefällig. Dabei sehnt sich der Mittelfeldstar von Manchester United ja genau danach: ein echter Anführer zu sein, Dirigent, der Kitt des Teams.

Es reicht nicht, dass man es nur sagt. Das sind Dinge, die sich auf dem Platz entscheiden.
Autor: Paul Pogba

«Ich habe gesagt, dass ich der Patron sein will – auf und neben dem Platz. Das ist eine Sache, die ich in meinem Herzen trage», sagte Pogba vor Frankreichs zweitem Auftritt bei der WM in Russland gegen Peru. «Es reicht aber nicht, dass man es nur sagt. Das sind Dinge, die sich auf dem Platz entscheiden.»

Aber genau dort scheint bei Pogba trotz aller Klasse für viele französische Fans viel zu oft noch die Diva durch. An guten Tagen kann er mit seiner Wucht das Team mitreissen, an weniger guten kommt er als Eigenbrötler daher, der abseits der Gruppe sein Ding macht. Man darf gespannt sein, welches Gesicht er gegen Peru zeigt.

Programm-Hinweis

Verfolgen Sie die Partie Frankreich gegen Peru ab 16:30 Uhr live auf SRF zwei und im Liveticker mit Stream auf der SRF Sport App.

Sendebezug: Laufende WM-Berichterstattung SRF zwei

4 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Meier (M.Meier)
    Diese überbezhalten Fussballer haben doch keine Ahnung vom Leben. Nicht gerade Intelligenzbestien, siehe Ronaldo, Neymar aber auch ältere Generationen, à la Matthäus. Die kriegen immense Gelder und protzen dann halt wie Rapper. Schade, dass man diesen Leuten soviel Aufmerksamkeit und vor allem Geld schenkt. Andere hätten es tausendmal mehr verdient!
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  • Kommentar von Namor Brisk (Namor)
    Pogba wird total überbewertet. Ich habe selten ein Spiel gesehen, in welchem er sein vorhandenes Potential abgerufen hat können/wollen. Auf mich wirkt er meist etwas lustlos. Vom Transferwert her müsste er ja im Bereich von Ronaldo und Co spielen, das tut er aber bei weitem nicht. Würde mich freuen, wenn er mich heute eines besseren belehrt. Sein privates Verhalten mit der Protzerei passt mal wieder ins Bild. Nicht unbedingt positive Werbung für die Branche...
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    1. Antwort von Legende Goger (Goger die Legende)
      Er wird zu oft aber auch falsch eingesetzt.
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  • Kommentar von Peter Japan (peterjapan)
    Hat Pogba die (Massen-)Medien zu sich nach Hause eingeladen? Oder haben die nicht vielmehr an seine Tür geklopft, um eine nette «Geschichte» zu machen? Und nun wird er aufgrund seiner (soliden!) Leistungen von denselben Medien daran aufgezogen? Kein Wunder zieren sich die Fussballer mit ausgefallenen Frisuren und Tattoos - der Medienhype ist riesig. Und damit auch der permanente Druck auf den einzelnen Akteur. Per Mertesacker lässt grüssen.
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