Sandro Schärer tritt an der kommenden Fussball-WM in den USA, Kanada und Mexiko in die Fussstapfen von Massimo Busacca. Erstmals seit 2010, als der Tessiner in Südafrika sein letztes von insgesamt vier WM-Spielen leitete, stellt die Schweiz einen Hauptschiedsrichter beim prestigeträchtigsten Fussballturnier der Welt.
Für Schärer ist es der zweite Grossevent, nachdem er bereits bei der EURO 2024 zwei Gruppenspiele leitete. «Ich freue mich sehr. Und es zeigt auch, dass meine Arbeit gut ankommt. Das bedeutet mir sehr viel», so der 37-Jährige beim Referee's Media Day des Schweizerischen Fussballverbands am Dienstag.
Weniger Planungsmöglichkeit
Schärer, der von Hauptberuf Lehrer ist, hat zudem bereits 61 Europacupspiele auf dem Buckel. Dennoch sei ein solches Grossturnier nochmals eine «ganz andere Kiste» als etwa ein Champions-League-Spiel.
«Es fordert mental deutlich mehr, weil man über Wochen im Einsatz ist. Wir werden schon am 31. Mai, also elf Tage vor Turnierbeginn, einberufen.» Belastend sei zudem, dass «man nicht genau weiss, welche Spiele man leitet. Man ist meistens auf Abruf.»
San feiert WM-Premiere als VAR
Als grosse Herausforderung sieht Schärer die Konstanz beim Leiten der Spiele: «Dass jede Situation bei jedem Spiel von jedem Schiedsrichter gleich bewertet wird. Dafür wird bei der Vorbereitung auch am meisten Zeit investiert.»
Neben Schärer halten auch Stéphane de Almeida als Assistent und Fedayi San als Video Assistant Referee die Schweizer Fahne in Übersee hoch. Sans Engagement als VAR ist gar eine Premiere; noch nie war ein Schweizer in dieser Funktion an einer WM tätig.
Dank der EM 2024 gerüstet
«Es macht mich mega stolz, dass ich an einem solchen Anlass dabei sein darf. Es ist eine Bestätigung meiner harten Arbeit in den letzten paar Jahren – ich bin überglücklich», sagt San.
Der 43-Jährige schlüpfte bereits vor zwei Jahren an der EM in die Rolle des Video-Schiris, was ihm nun natürlich entgegenkommt. «Man kennt den ganzen Ablauf – das Setup, das System, die Technik. Man weiss, wie man mit Drucksituationen umgeht. Das ist also ein grosser Vorteil.»