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Analyse zum WM-Auftakt Für einmal ist «Zocker» Yakin das Glück nicht hold

Der Schweizer Nationaltrainer überrascht mit seiner Aufstellung zum WM-Auftakt gegen Katar – und liegt daneben.

Murat Yakin ist als Gambler bekannt. Er trifft Entscheidungen auch mal aus dem Bauch heraus, instinktiv. So auch im WM-Eröffnungsspiel am Samstag in Santa Clara gegen Katar. In diesem hiessen seine «Überraschungsspieler» Michel Aebischer und Denis Zakaria. Denn gemeinhin war mit einer offensiveren Aufstellung mit Fabian Rieder oder Johan Manzambi für Aebischer und Silvan Widmer als Rechtsverteidiger gerechnet worden.

Italien und Ungarn ausgecoacht

Dabei war es eigentlich nicht überraschend, dass Yakin eine Überraschung aus dem Hut zauberte, im Gegenteil. Der 51-Jährige hatte schon öfter taktische Kniffe vorgenommen – und mit seiner Personalpolitik meist Recht behalten.

  • In der WM-Qualifikation 2022 überrascht er Italien mit einer Aufstellung ohne echte Sturmspitze. Die Schweiz holt so auswärts ein wichtiges Unentschieden, das wenige Tage später die Teilnahme an der WM 2022 sichert.
  • An der EM 2024 schickt Yakin völlig überraschend Michel Aebischer und Kwadwo Duah im Startspiel gegen Ungarn auf den Platz. Das Duo erzielt die ersten beiden Tore und legt so den Grundstein zum Viertelfinal-Einzug.

Doch gegen Katar, im Vergleich zu Italien oder Ungarn sicher schwächer einzustufen, ging Yakins Plan nicht auf. Dabei gehörten Aebischer und Zakaria vor allem in der 1. Halbzeit zu den Aktivposten. An ihnen lag es sicher nicht, dass die Schweizer die vielen Chancen nicht in Tore ummünzen konnten. Nach der Pause konnten sie aber, wie auch der Rest des Teams, nicht mehr zulegen.

Unglücklicher Muheim

Und auch mit seinen Wechseln vermochte der Trainer keine positiven Impulse zu setzen. Als er in der 89. Minute mit Ricardo Rodriguez und Remo Freuler zwei erfahrene Kräfte aus dem Spiel nahm und dafür Miro Muheim und Ardon Jashari brachte, summierte sich alles.

Nach einem ungenügenden Klärungsversuch von Jashari mit dem Kopf liess Zakaria seinem Gegenspieler zu viel Platz zum Flanken. Und am weiten Pfosten war WM-Debütant Muheim beim Ausgleich als Letzter am Ball.

Doch auch wenn das 1:1 gegen den krassen Aussenseiter Katar schmerzt, wird es in Zukunft als Ausrutscher abgetan werden können – aber nur dann, wenn gegen Bosnien-Herzegowina am kommenden Donnerstag eine Reaktion gezeigt wird. Wie heisst es doch so schön in Gamblerkreisen? «Neues Spiel, neues Glück.»

SRF zwei, Sportlive, 13.06.26, 20:10 Uhr

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